BASELWORLD: Girard-Perregaux Esmeralda Tourbillon

Etwas ganz besonderes hat sich Girard-Perregaux zur Feier des 225-jährigen Bestehens einfallen lassen. Das Esmeralda Tourbillon in Roségold (18 Karat) ist von einer Taschenuhr mit Tourbillon und drei Goldbrücken inspiriert. Diese Taschenuhr gewann 1889 die Goldmedaille  der Weltausstellung in Paris.

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Das Zertifikat aus Paris zur Weltausstellung zur originalen Esmeralda Taschenuhr. ©Girard-Perregaux

1867 wurde die Architektur des Uhrwerkes, das sämtliche Komponenten auf minimalem Raum zusammenfasst, durch das  Observatorium in Neuchâtel ausgezeichnet. Ein Patent machte die technische Lösung zu einem Markenzeichen, das Girard-Perregaux auch heute noch zu pflegen weiß.

Bereits damals trug diese besondere Uhr, die in Paris ausgezeichnet wurde, die Bezeichnung „La Esmeralda“, inspiriert von den Namen der Geschäfte von Hauser, Zivy & Cie in Paris und Mexiko, einem bekannten Juwelier und Uhrenhändler. 1970 wurde diese Uhr in das Museum der Manufaktur zurückgeführt – ein großes Glück für Girard-Perregaux. Die jetzt präsentierte Armbanduhr folgt diesen Grundzügen und bringt die Esmeralda in die Neuzeit. Das Uhrwerk, dessen Architektur den Prinzipien des Goldenen Schnitts folgt, wird von Anfang bis Ende von einem Uhrmachermeister montiert; die Komponenten sind von Meistern ihres Faches dekoriert und verziert.

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Esmeralda Taschenuhr – dieser Anblick verschwand bei der Uhr leider hinter dem massiven Goldboden. ©Girard-Perragaux

Die Hauptplatine trägt eine Federhaus-, eine Räderwerks- und eine Tourbillonbrücke aus massivem Gold. Diese Brücken sind als Doppelpfeile gestaltet und in jedem Detail von Hand dekoriert. Die Oberfläche der „Pfeile“ ist spiegelpoliert, die Kanten sind von Hand gebrochen und die Flanken abgezogen. In der Mitte der drei Brücken befinden sich jeweils diamantpolierte Chatons, die von zwei Schrauben gehalten werden und für eine lineare Anordnung der entscheidenden Baugruppen sorgt. Der Tourbillonkäfig besteht aus 80 Komponenten.

Die Unruh arbeitet mit einer Frequenz von 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hertz), das Kaliber selber misst 16 Linien (Durchmesser von 36,60 Millimetern) und ist 8,41 Millimeter hoch. Es dauert zwei Monate, die 310 Komponenten – darunter 27 Lagersteine – des Kalibers GP09400 zusammenzusetzen. Speziell in dieser Version ist es mit einem 14,3 Millimeter großen Tourbillonkäfig und einem 10,50 Millimeter großen Unruhreif ausgestattet. Der einseitig wirkende Automatikaufzug ist nun konzentrisch unter dem Federhaus positioniert und rotiert nicht mehr am äußeren Rand. Dank dieser ausgeklügelten Konstruktion waren die Uhrmacher in der Lage, den Durchmesser des Federhauses zu erhöhen und damit die Zugfeder zu verlängern. Das gewährt der Uhr eine Gangautonomie von mindestens 60 Stunden. Am Arm befestigt wird sie mit einem Armband aus schwarzem Alligatorleder, für den sicheren Verschluss ist eine roségoldene Dreifach-Faltschließe verantwortlich.

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Esmeralda 2016: Das Tourbillon liegt unter den drei goldenen Brücken, die Verarbeitung und Konstruktion ist über jeden Zweifel erhaben. ©Girard-Perregaux

Ob man das braucht? Nun, es ist sicher ein Meilenstein der Uhrmacherei. Über Preis und Auflage schweigt sich der Hersteller noch aus. Die Optik ist ein Wahnsinn, die Uhr zu tragen wird sich mancher sicher dreimal überlegen. Und als Tresor-Queen? Da der Preis sicher sechstellig sein wird, sollte man sich das gut überlegen – ein Ferienhaus in nicht allererster Lage, oder doch den Esmeralda Tourbillon?

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