Munichtime 2016: Das Feuerwerk geht weiter

Im Süden nichts Neues?

Die Munichtime gehört bei den Uhrenliebhabern und auch den Fachleuten zu den festen Terminen im Kalender – neben der Baselworld und der SIHH in Genf. Auch in diesem Jahr konnte sich die Liste der Aussteller im Bayerischen Hof sehen lassen. Und das, obwohl die Uhrenbranche im Sinkflug begriffen ist und manche Marke vor lauter vollen Regalen kaum noch Uhren produzieren muss.

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Eine ganze Menge Uhren auf mehr als 1.000 Quadratmetern! ©Thomas Gronenthal

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Chronoswiss aus der Luft! ©Thomas Gronenthal

Der Reiz der Messe in Münchens feinstem Hotel ist dennoch hoch, denn kaum sonst bietet sich die Chance, in den direkten Kontakt mit Herstellern und Persönlichkeiten zu kommen. Stephen Forsey, Alexander Shorokhoff, Jochen Benzinger, Rainer Nienaber, Steffen Cornehl, Marcell Kainz – die Liste der Menschen hinter den Marken ist lang. Mindestens ebenso lang muss während der drei Tage der Geduldsfaden der Ehefrauen sein: Oft war der Satz „Schatz, geh ruhig näher ran, das ist ja Deine Sache mit den Uhren“ zu hören. Ebenso oft waren umgekehrt getuschelte Erklärungen an die Allerliebste zu hören – nicht immer  fachlich korrekt, aber stets unterhaltsam.

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Marcello C Marine: Die „Neue“ von Marcell Kainz. ©Thomas Gronenthal

Die Berichterstattung zu den Neuheiten ist stets immens – daher möchte ich mein Augenmerk auf einige kleinere Marken richten! Aus dem rheinischen Jura kommen beispielsweise die Uhren von Marcello C. Noch am Tag vor der Munichtime war die neue „Marine“ in Einzelteilen – kurz vor knapp wurde der Prototyp der wasserdichten und außergewöhnlichen Uhr fertig. Mit einer asymetrischen, dreifachen Verschraubung werden Lünette und Saphirglasboden am Gehäuse befestigt. Damit ist die Uhr superflach und elegant – eine ernste Alternative zu anderen maritimen Motiv-Uhren.

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Marcell Kainz zeigt die neue Marine UHREN-MAGAZIN-Chefredakteur Thomas Wanka. ©Thomas Gronenthal

Auch aus Frankfurt-Rödelheim gibt es Neuigkeiten. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Kommando Spezialkräfte (KSK) im September 2016 hat die Gemeinschaft Deutscher Kommandosoldaten e.V. gemeinsam mit Sinn eine besondere Uhr entwickelt, die „K212 Kommando Spezialkräfte”, eine auf 70 Stück limitierte Sonderedition ausschließlich für die Mitglieder des KSK. Auch Normalbürger dürfen die Uhr kaufen – in der auf 300 Stück limitierten Edition 212 KSK.

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Die neue SINN 212 KSK – ein Instrument für den Arm! ©Sinn

Selten kommt es vor, das eine länger bestehende Marke kaum in Deutschland bekannt ist. Die Schweizer Century Time Gems Ltd. macht Eleganz und Exklusivität zum Credo. Als Gehäusematerial wurde Saphir gewählt – Glas und Gehäuse werden verklebt. Die Uhren sind auch mit automatischen ETA-Werken zu haben, der Preis ist mit mehr als 4.000 Euro jedoch happig.

 

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Century mit ETA 2892-A2. ©Century

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Degussa von hinten: Ein schöner Rücken kann auch entzücken, in diesem Fall mit dem Glanz von Palladium. ©Thomas Gronenthal

 

 

 

 

 

 

 

Mit Degussa ist ein Aussteller vertreten, der im Uhrenbereich noch nicht lange aktiv ist. Mit einer Herrenuhr aus dem seltenen Edelmetall Palladium führt das Unternehmen ein im Uhrenbau eher selten genutztes Metall ein. Die neue Armbanduhr „Limited Edition Palladium 2016“ ist dabei auf nur 25 Exemplare limitiert. Die Uhr besteht zu 100 Prozent aus Komponenten „Made in Germany“. Das Uhrwerk stammt von der sächsischen Manufaktur „Uhren-Werke-Dresden“.

Jochen Benzinger, Meister der Skelletierung und Guillochierung, zeigte seine mehr als 100 Jahre alte, handbetriebene Maschine zum Aufbringen der Maschinengravur. Bewundernswert war die Konzentration und Ruhe, mit der er die Maschinen bedient – Künstler und Handwerker in einer Person!

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Ein Benzinger in Aktion: Der Meister erklärt, wie die Muster auf den Zifferblättern mit der über 100 Jahre alten Maschine entstehen. ©Thomas Gronenthal

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Ein Zifferblatt in Arbeit. ©Thomas Gronenthal

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LIve-Watchmaking: Der Arbeitsalltag eines Uhrmachers. ©Thomas Gronenthal

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