Review: Julian Matthews ONE Black Mesh

Minimalistisches Design ist im Trend – interessante Markennamen auch

Daniel Wellington, Paul Hewitt oder Cluse sind nur ein paar Vertreter der Uhrenklasse, die sich durch minimalistisches Design auszeichnet und ihre Zielgruppe vor allem in der Altersklasse 18 bis 35 hat. Wer noch die wundersame Geschichte des Daniel Wellington – angeblicher Weltreisender – kennt, stößt bei Julian Matthews sicher an seine Grenzen. Steckt der Dozent für Medien und Kommunikation der Universität von Leicester dahinter? Oder doch der neuseeländische Mittelstreckenläufer, der 2016 für sein Land bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro antrat?

© Thomas Gronenthal

Weder noch – es ist ein Kunstname, wie viele andere auch. Die Uhr ist dafür sehr real, das Modell „Julian Matthews ONE Black Mesh“ kommt mit einem Durchmesser von 40 Millimetern am Milaneiseband als Unisex-Uhr in Frage. Für die Damenwelt steht allerdings auch eine Version mit 36 Millimetern Durchmesser zur Verfügung. Das Gehäuse ist aus Edelstahl, laut Hersteller wird ein Saphirglas verbaut. Zwei Zeiger sorgen für die Zeitanzeige, weder eine Sekunde noch ein Datum sind vorgesehen. Das ist kein Mangel – wohl aber die Zeiger, denen ein Millimeter in der Länge fehlt. Dafür entschädigt die Verarbeitung von Zifferblatt und Zeigern: Sauber gesetzte Indexe und schön polierte Zeiger lassen das Gesicht der Uhr wertig wirken.

© Thomas Gronenthal

© Thomas Gronenthal

Das gilt auch für das Gehäuse. Die Edelstahlschale ist sauber poliert, ohne Grate und Kanten. Der Boden bietet ein eingraviertes Überangebot an Informationen zur Uhr und wird mit vier Schrauben sicher gehalten und dichtet die Uhr bis 50 Meter Wassertiefe ab. Unter dem Boden versteckt sich ein Quartzuhrwerk aus dem Angebot des Schweizer Herstellers Ronda. Laut Hersteller – und auch auf dem Gehäuseboden zu finden – soll es ein „Swiss Movement“ sein. Das stimmt allerdings nur halb – denn das hier verbaute Werk gehört bei Ronda zu den „Swiss Parts“-Werken. Ronda sagt dazu selber: „Nebst den Swiss Made Uhrwerken bieten wir eine Auswahl unserer Palette auch als sogenannte „Swiss Parts“ Version an; diese Produkte werden in Fernost zusammengebaut.“ Es zeichnet sich durch sehr gute Gangwerte und eine lange Batterielaufzeit aus – für den Alltagsbetrieb ideal.

„Swiss Parts“ oder „Swiss Made“? © Thomas Gronenthal

© Thomas Gronenthal

In Summe aber gibt es Details, die mir an der Julian Matthews gefallen: Das Flachglas ist beispielsweise mit einer schwarzen Kunststoffdichtung eingesetzt. Üblicherweise sind diese Dichtringe aus weißem Material – die schwarze Alternative verleiht dem schwarzen Zifferblatt mehr Tiefe und wirkt optisch hochwertig. Insgesamt gehört die Verarbeitung in den Bereich einer hochwertigen Markenuhr. Das geflochtene Armband aus Edelstahl entspricht dem Standard der Preisklasse – kann aber ohne Probleme gegen ein Leder- oder Stoffband getauscht werden. Dank der Schnellwechselstege ist der Bandwechsel ein Kinderspiel. Und das ist vielleicht auch der Reiz einer Uhr für 159 Euro: Ein wenig experimentieren ist so mit geringem Einsatz möglich.

Julian Matthews am Velourslederband: Top-Optik! © Thomas Gronenthal

Watchthusiast-Fazit: Ob weltreisender Brite oder neuseeländischer Sportler – Uhren aus dieser Designkategorie sind beliebt und erfüllen ihren Zweck als präziser Zeitmesser. Die Preise liegen alle in einem Bereich unter 200 Euro – mit einer gewissen Streuung. Die Julian Matthews für 159 Euro liegt im mittleren Bereich, das Saphirglas und das Ronda-Werk heben die Uhren positiv von teureren Marken ab. Zudem trägt sich das flache Edelstahlgehäuse sehr gut, der Tragekomfort ist hoch. Und nicht zuletzt ist die Kompatibilität mit anderen Armbändern aus Leder, Stoff oder anderen Materialien hoch und macht die Uhr zu einem Accessoire, dessen Optik wandelbar ist – und zu einer Uhr, mit der man immer richtig angezogen ist. Und zudem immer etwas zu erzählen: Wer ist eigentlich dieser Julian Matthews?

© Thomas Gronenthal

 

2 Comments

  1. Am grauen Leder schöner als jede Wellington. Aber die Namenserfinderei ist schon nur mit viel Überzeugung zu ertragen….

  2. Kapten & Son lässt grüßen – eine Uhr, die die Welt nicht braucht.
    Ach sorry, ich habe übersehen, dass die Zwischenindizes Punkte statt Striche sind lol…

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