Review: Spinnaker Bradner SP-5057-04

Der Spinnaker verhilft eigentlich einem Segelboot als Vorsegel zu einem Extraschub Geschwindigkeit. Unter dem Namen werden auch Uhren gebaut – eine Marke, die mir in den letzten Monaten öfter auffiel. Vintage-Designs gibt es einige auf dem Markt, Uhren wie die Fleuss allerdings gefielen mir auf Anhieb.

Klassische Olma Compressor aus den 1960er Jahren – das Design ist markant und perfekt ablesbar. © Antiquorum

So erging es mir auch mit der Spinnaker Bradner Automatic (SP-5057-04), einer Uhr, die optisch an Taucheruhren mit den legendären Kompressor-Gehäusen erinnert. Zunächst die technischen Daten:

  • Modellname: Spinnaker Bradner SP-5057,
  • Uhrwerk: Japanisches Seiko NH35 Automatikwerk,
  • Gehäuse: Edelstahl, 42 mm Durchmesser und 14 mm Höhe, schwarz beschichtet,
  • Drehbare Lünette unter Glas,
  • Gewicht: 95 Gramm,
  • Glas: Gewölbtes Saphirglas,
  • Wasserabweisendes Lederband,
  • Wasserdichte: 150 Meter / 15 bar

Benannt ist die Spinnaker Bradner nach einem Pionier des modernen Scubadiving: Der US-amerikanische Physiker Hugh Bradner erfand im Jahr 1952 den Neopren-Anzug, mit dem Tauchen auch in kühlen Gewässern problemlos möglich war. Ungefähr zeitgleich stellten sich mehrere Hersteller der Herausforderung, Uhren für größere Tauchtiefen wasserdicht zu machen. Schnell setzten sich 200 Meter Wasserdichte vor allem für die Compressor-Gehäuse durch. Damit kann die Spinnaker nicht aufwarten: Hier müssen 150 Meter reichen. Hinzu kommt, das nur die Stellkrone des Uhrwerks verschraubt ist – nicht aber die Krone, mit der die Lünette verstellt werden kann. Allerdings sind auch 150 Meter Wasserdichte absolut ausreichend zum Schwimmen. Hinzu kommt das wasserfeste Lederband, das entsprechend imprägniert wurde und von sehr guter Qualität ist.

Das plastische Zifferblatt mit Lünette entfaltet in der Sonne eine wunderbare Optik. © Thomas Gronenthal

Die wahre Sonnenseite liegt aber unter dem Glas aus gewölbtem Saphir. Das alleine ist eine Besonderheit, denn die hochgewölbte

© Thomas Gronenthal

Form ist teuer in der Herstellung. Das Zifferblatt setzt Akzente. Die Basis ist grün, mit Sonnenschliff versehen und entfaltet in der Sonne vor allem herrliche Lichteffekte. Der Minutenring ist ebenso aufgesetzt wie die Indexe, die zudem mit Leuchtmasse ausgestattet sind. Die innenliegende drehbare Lünette ist im 3D-Stil gestaltet, und ebenfalls mit Leuchtmasse belegt. Die enorme Plastizität lässt das Zifferblatt extrem wertig erscheinen. Hinzu kommt, das die Flanken der Indexe mattiert sind, und sogar die Zeiger matt gebürstet. Die Länge von Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger ist zudem perfekt gewählt. Einzig die nicht sehr gute Ablesbarkeit der Minuterie auf dem anthrazitfarbenen Ring ist verbesserungsbedürftig. In der Dunkelheit allerdings spielt die Uhr einen weiteren Vorteil aus: Die sehr gute Leuchtausstattung macht die Ablesbarkeit im Dunkeln zu einem Genuss.

© Thomas Gronenthal

Das Gehäuse ist sauber verarbeitet, die schwarze IP-Beschichtung ist sauber aufgebracht. Weder Kanten noch Grate stören. Der nicht beschichtete Boden ist verschraubt, die Gummidichtung liegt in einer Nut im Gehäuse und ist sogar mit Silikonfett eingesetzt worden.

© Thomas Gronenthal

Beim Uhrwerk vertraut Spinnaker auf japanische Technik aus dem Hause Seiko. Das ist erfreulich, kommt doch normalerweise maximal ein Miyota 8215 in dieser Preisklasse zum Einsatz. Das Seiko NH35 hingegen verfügt über einen Sekundenstopp, Handaufzug und gehört zu den solidesten Werken generell. Beim Tragetest wirkt es sogar gut einreguliert – um die 5 Sekunden eilt die Uhr pro Tag vor. Auf der Zeitwaage sieht das Bild allerdings anders aus. Tatsächlich ist der Vorgang gering, der Abfallfehler beträgt hingegen zu hohe 1,4 ms. Das kann bedeuten, das die Uhr nach Stillstand aufgrund der Fehlstellung zwischen Unruh und Ankergabel nicht mehr aus einer Kraft anlaufen kann und stattdessen einen Stoß braucht.

Der „Traktor“ aus Japan: Das Seiko NH35 mit Spinnaker-Rotor. © Thomas Gronenthal

Watchthusiast-Fazit: Insgesamt ist die Spinnaker Bradner eine wirklich gelungene Uhr mit sehr wertiger Ausstattung. Edelstahl, Seiko NH35, ein gutes Lederband und dazu das gewölbte Saphirglas – das alles passt in eine Preisklasse, die sich so auf dem Preisschild nicht findet. Im Gegenteil – die Uhr kostet im Webshop von Spinnaker nur 285 US-Dollar, der Versand ist aktuell kostenlos. Und besonders findige Uhrenkäufer schnappen sich einen der zahlreichen Rabattcodes: Dann fällt der Preis auf unter 200 Euro, allerdings noch zuzüglich Einfuhrumsatzsteuer, die beim Zoll anfällt. Das Handling übernimmt allerdings FedEx als Spediteur.

Aktuell ist die Uhr in vier Varianten zu haben. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für diese Uhr!

Das wasserfeste Lederband mit Spinnaker-Schließe. © Thomas Gronenthal

© Thomas Gronenthal

© Thomas Gronenthal

1 Comments

  1. …Ich habe die:“Spinnaker-Wreck“,und ichmusssagen:“Für Knapp 150.-€ sucht man vergegeblich seibesgleichen!“
    Das Gehäuse und Zifferblatt ist in :“Antique-Finish“,dasWerk dasselbewie:“hier“,unddas Lederarmband ist wirklich:“Massiv aber gleichzeitig anschmiegsam!“
    Ich hoffe Diese Firma bleibt uns noch lange erhalten…Sie ist es wirklich Wert!!!“

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