Rolex geht gerichtlich gegen Uhren-Tuner vor

In den USA geht Rolex gegen ein Unternehmen vor, das Uhren verfremdet hat. Das ist an sich keine Seltenheit – machen das doch auch in Europa Firmen wie Blaken, Bamford oder Label Noir. In diesem Fall jedoch erhebt Rolex schwere Vorwürfe gegen laCalifornienne und die beiden Geschäftsführer Courtney Ormond und Leszek Garwacki mit Sitz in Los Angeles. Rolex erklärt vor dem US District Court for the Central District of California, die veränderten Uhren würden weder in ästhetischer Sicht noch in qualitativer Betrachtung dem Zustand einer nicht veränderten Rolex-Uhr aus zweiter Hand genügen und seien damit als Plagiat anzusehen. Offensichtlich konzentrierte sich das kalifornische Unternehmen auf die Veränderung gebrauchter Rolex- und Cartier-Modelle.

© laCalifornienne

Im Oktober 2019 sandte ein Kunde eine der Uhren zu Rolex direkt ein, um einen Service vornehmen zu lassen. Dabei stellte Rolex fest, das diese Uhren nicht den Ansprüchen genügen – und, wie in allen Fällen von veränderten Rolex-Uhren – lehnten den Service an der Uhr ab.

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Rolex USA kaufte sogar einzelne Uhren aus dem Bestand von laCalifornienne, um dezidierte Prüfungen vornehmen zu können. Dabei stellte Rolex fest, das nicht original von Rolex hergestellte Teile eingebaut wurden, und die Verarbeitung deutlich zu wünschen übrig lässt. Konkret genannt wird die Lünette, die bei zwei Testuhren sowohl verbogen wie auch unsachgemäß befestigt war. Damit könne keine Wasserdichte gewährleistet werden. Diese Fehler würden die Qualität des Namens Rolex untergraben, sofern diese Uhren als originale Rolex-Modelle verkauft würden. Tatsächlich wirbt das Unternehmen mit dem Verkauf von „Rolex watches“ – auf sämtlichen Kanälen wie Social Media. Allerdings ist das Tuning-Team um Courtney Ormond und Leszek Garwacki nicht erst seit gestern im Geschäft, sondern betreibt das Umbau-Business bereits seit 2016

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In der Klage setzt Rolex fort, dass laCalifornienne die Reputation von Rolex beschädige. laCalifornienne ist daher angeklagt, von dem guten Namen der Uhrenmarke aus Genf profitieren zu wollen. Dazu werde der Eindruck aufgebaut, die Uhren seien von Rolex autorisiert. Neben dem direkten Verkauf an Kunden bedient das kalifornische Unternehmen auch zahlreiche Uhrenhändler in aller Welt, unter anderem Farfetch in London.

Das von Rolex geforderte Urteil soll laCalifornienne untersagen, Uhren dieser Art in Zukunft weiter vermarkten zu können. Ebenfalls wird Schadenersatz eingeklagt, die für das kleine Unternehmen aus Kalifornien existenziell bedrohlich sein dürfte. Zudem dürfte es interessant sein, die Ergebnisse dieses Prozesses und mögliche Auswirkungen auf andere Rolex-Tuner zu sehen. Die ebenfalls betroffene Marke Cartier hat übrigens bisher keine Schritte unternommen.