Belville 1892: Eine Marke mit Geschichte

Neue Marke übernimmt Londoner Stadtgeschichte

Smartphone, Auto, Bahnhof oder Computer: Die Uhrzeit können wir heute bequem an vielen Stellen ablesen. Das war nicht immer so – und brachte manch interessante Blüte hervor. Die Britin Elizabeth Ruth Belville, geboren 1854 in London, verkaufte tatsächlich die Uhrzeit an wohlhabende Londoner Bürger. Die 1943 verstorbene Unternehmerin glich dazu eine Taschenuhr – selbstverständlich einen Chronometer – mit der amtlich gemessenen Zeit (Greenwich Mean Time) im Royal Observatory in Greenwich ab. Über den Tag besuchte die Dame dann Abonnenten im Londoner Stadtgebiet, die ihre Uhren nach dem Chronometer von Ruth Belville einstellten.

© Fox Photos/Hulton Archive – Getty Images, ursprünglich abgedruckt in der Daily Express, 10. März 1908

Zur Synchronisation der verschiedenen Uhren mit der Uhr im Royal Observatory verwendete Belville eine in Silber eingefasste Chronometer-Taschenuhr, die 1794 von John Arnold hergestellt worden war. Später galt ihr Dienst als Anachronismus, da längst andere Uhren ebenso genau gingen – doch ein gewisser Kundenkreis blieb ihr treu.

Eine Würdigung erfuhr Belville 2008 in der vom National Maritime Museum herausgegebenen Biografie „Ruth Belville: The Greenwich Time Lady“ – und ganz aktuell durch eine Uhrenmarke – Belville 1892 – die seit einigen Tagen ihre Kampagne auf Kickstarter eröffnet hat. Über 20 Unterstützer haben bereit knapp 10.000 Euro eingezahlt,

Durch einen Besuch im Royal Observatory kam der Hamburger Axel Kmonitzek auf die Idee, die faszinierende Geschichte von Ruth Belville in einer Uhrenkollektion umzusetzen. Seit zehn Jahren baut er bereits erfolgreich Uhren wie die Pop-Pilot Fliegeruhren im modischen, aber auch Fischer & Cie. als handgemachte Maßuhr im Bereich kleiner und exklusiver Stückzahlen.

Mechanisch, edel und elegant kommt die Belville im Look der damals genausten Taschenuhr Londons daher. Als Antrieb kommt ein Selitta SW 200 zum Einsatz.

Allerdings ist die Belville nicht „Made in England“, sondern „Made in Germany“. Als Uhrwerk werden laut Hersteller verschiedene mechanische Möglichkeiten zur Verfügung stehen: In der Top-Version ein mechanisches Selitta SW 200, das in der Genauigkeit ohne Zweifel mit der historischen Taschenuhr mithalten kann. Die Optik ist überaus gelungen – ein klassischer Zeitmesser mit optimalen Proportionen. Die Kickstarter-Preise beginnen bei unter 200 Euro für eine Uhr mit Quarzwerk, das Flaggschiff mit Schweizer Selitta SW200 Automaticwerk kostet noch unter 500 Euro. Ein faires Preisschild, kein Zweifel.

Damit stellt sich die Marke bewusst als Bindeglied zwischen gestern und heute auf – denn trotz Smartphone und Co. gehört eine mechanische Armbanduhr gehobener Qualität zu den schönen Dingen des Lebens, auf die der Verzicht schwerfallen würde.

 

 

3 Comments

  1. ich bitte um nachricht, wenn die uhren in den verkauf gehen.
    vielen dank,
    rainer dittrich

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