Test: Nomos Tangente Karat

Glashütte pur für Damen

Bei den Begriffen „Karat“ und einer Herkunft weit jenseits der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze mag manch einer zunächst an die besungenen sieben Brücken denken, über die Peter Maffay für den westlichen Teil der Republik ging. Hinter dem eisernen Vorhang war dafür die DDR-Band Karat zuständig. Die Version Karat von Nomos ist indes eine Variante der Tangente 33 und macht als Uhr vor allem die Damenwelt froh. Das liegt zunächst am kleinen Durchmesser von 33 Millimetern, und zudem an Zifferblatt und Zeigern, die in goldener Farbe gehalten sind.

Macht auch auf dem Brötchen eine gute Figur: Die Nomos Tangente 33 Karat. © Thomas Gronenthal

Über das Design braucht man kaum ein Wort verlieren – es ist klassisch, folgt den Vorgaben des Bauhaus und damit steht die Funktion im Vordergrund der Gestaltung. Das Gehäuse mit seinen Kanten und Ecken ist hochwertig gefertigt, makellos poliert und zudem noch wertig beim haptischen und optischen Erleben. Auch das Zifferblatt mit dem typischen Zahlenbild ist hochwertig, die goldglänzenden Zeiger verleihen der Uhr einen noblen Touch. Spannend ist der Farbwechsel des Blattes bei unterschiedlicher Beleuchtung. Bei kaltem Licht wirkt die Uhr kühler, bei Sonnenlicht strahlt das Zifferblatt in allen Goldtönen. Die Uhr gewinnt damit ein Detail, das vor allem bei der Damenwelt gut ankommt. Zudem ist die Tangente 33 flach – nur wenige Millimeter beträgt die Höhe des Gehäuses aus Edelstahl. Die Wasserdichte beträgt 3 Atmosphären – geschuldet dem gedrückten Boden und dem täglichen Handaufzug, der eine verschraubte Krone überflüssig macht.

In der Sonne entfalten die goldenen Akzente das volle Leben, während die braunen Zahlen und Indexe mit dem Armband harmonieren. © Thomas Gronenthal

Der Boden wiederum gibt vollen Durchblick auf das verwendete Uhrwerk. Wer genau hinschaut, erkennt noch die Grundarchitektur des ETA-Peseux 7001, das allerdings mittlerweile von Nomos in einer kompletten Manufakturversion gebaut wird und damit längst eine eigene Kalibernummer trägt. Entsprechend trägt das Werk zahlreiche Glashütter Details wie die Dreiviertelplatine, Kron- und Sperrrad mit Schneckenschliff, gebläute Schrauben und das Glashütter Gesperr. Die Unruh ist in einer Incabloc-Stoßsicherung gelagert und wird über eine Triovis-Feinregulierung auf perfekten Gang getrimmt. Und das ist auch gelungen: Die Werte auf der elektronischen Zeitwaage sind sehr gut, die fabrikneue Uhr läuft mit einer Abweichung zwischen plus einer und minus drei Sekunden mit Amplituden von 304 Grad in den Flachlagen und 275 Grad in den hängenden Lagen. Neben der Optik bietet das Werk also auch hervorragende Technik, die sehr gut reguliert wurde.

Ein Kleinod: Das Uhrwerk von Nomos. Das originale Peseux ist nur mehr ein entfernter U(h)rahn. © Thomas Gronenthal

Am Arm befestigt wird die Tangente 33 Karat mit einem Wildlederband. Neben dem Cordovan genannten Pferdeleder verwendet Nomos diese rauhen Bänder an den Uhren und hat damit ein weiteres Markenzeichen entwickelt. Der Uhr steht es gut, und das Leder ist butterweich und bedarf keinerlei Eintragezeit, um sich an die Biegung des Arms zu gewöhnen. Bei einem Preis von 1.600 Euro erhält der Uhrenkäufer hier einen soliden Gegenwert „Made in Germany“, der nicht nur heute, sondern auch noch in Jahren modisch und hochwertig ist.

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