Test: Sinn 104

Scharfes Bild in Schwarz-Weiß

Vor 50 Jahren kannten wir es nicht anders: Das Fernsehbild war in Schwarz-Weiß, bunte Farbe die Ausnahme. Mit der in diesem Jahr auf der Basler Uhren- und Schmuckmesse vorgestellten 104 mit weißem Zifferblatt geht Sinn zurück zu den Wurzeln und bringt schwarz-weiß auf Zifferblatt und Lünette. Gebaut werden die Uhren in Frankfurt am Main, das Herz stammt aus der Schweiz. 1961 wurde Sinn von dem Flieger-As Helmut Sinn gegründet, seit 1994 ist das Unternehmen im Besitz des in die Entwicklung neuer Technologien verliebten Ingenieurs Dr. Lothar Schmidt und steht wie kaum ein anderes für instrumentelle Uhren.

© Thomas Gronenthal

Besondere Bekanntheit genießt das Unternehmen für die dem Einsatzzweck gemäß konstruierten Einsatzzeitmesser EZM, Chronographen und der Mitwirkung an der ersten einheitlichen DIN-Norm 8330 für Fliegeruhren. Aber auch der Otto-Normal-Uhrenträger wird bei Sinn fündig. Die 104 wurde auf der Uhrenmesse Baselworld in diesem Jahr mit einem neuen Zifferblatt in strahlendem Weiß vorgestellt. Die Testuhr macht einen frischen Eindruck, passt hervorragend in den Sommer und erfüllt darüber hinaus die Kriterien für eine Sportuhr bestens. Das massive Stahlband passt zu allen Gelegenheiten, und die für eine nicht explizite Taucheruhr hohe Wasserdichte von 200 Metern machen die Uhr auch zum Begleiter in den Badeurlaub.

Als Uhrwerk kommt ein Schweizer Selitta SW 220-1 zum Einsatz. Baulich entspricht das Werk bis auf wenige Details dem bewährten ETA 2836-2. Neben der Uhrzeit zeigt das Werk auch Datum und Wochentag an, die mit einem Sprung gemeinsam um Mitternacht wechseln.

Das Selitta SW 220-1 in Vollschliff-Variante mit gebläuten Schrauben. © Thomas Gronenthal

Der Durchmesser beträgt 41 Millimeter, die Gehäusehöhe 11,5 Millimeter. Damit ist die Uhr perfekt tragbar, ohne zu groß oder zu klein zu sein. Zusammen mit dem Massivband mit Faltschließe und integrierter Tauchverlängerung ist die Sinn 104 am Arm eine sehr ausgewogene Uhr. Das Armband ist satiniert und poliert, die Glieder zum kürzen sind einzeln verschraubt. Zum Anpassen an den Träger werden zwei Inbus-Schlüssel mitgeliefert – ein wenig IKEA-Möbelflair kommt auf. Bei aller Perfektion der Uhr: Die Kanten des Armbandes und der Schließe hätten noch ein wenig Liebe verdient, um die Schärfe zu verlieren.

Gut zu erkennen: Die Inbus-Schrauben des Armbandes. © Thomas Gronenthal

Das Gehäuse indes ist von hoher Qualität, der Boden mit Saphirglasfenster und die Krone sind verschraubt. Das Deckglas aus Saphir ist leicht gewölbt und schützt das Zifferblatt mit der feinen weißen Lackierung. Die klare Struktur ermöglicht eine perfekte Ablesbarkeit, und das bei Tag und bei Nacht. Die Leuchtmasse ist kräftig und hält lange an.

A glow in the night: Sehr gute Nachtablesbarkeit. © Thomas Gronenthal

Das leuchtende Dreieck der in beide Richtungen drehbare Ring mit schwarzer Aluminium-Einlage setzt einen klaren Bezugspunkt und macht aus der 104 St Sa I W eine Fliegeruhr im klassischen Sinne, die in der Formgebung der bewährten SINN-Tradition folgt. Klar strukturiert und mit einem glänzend weißen Zifferblatt präsentiert sich diese Uhr und ermöglicht so eine optimale Ablesbarkeit von Uhrzeit, Datum und Wochentag.

© Thomas Gronenthal

Der beidseitig drehbare, in Minutenschritten rastende Fliegerdrehring ist unverlierbar mit dem Gehäuse verbunden – eines der Sinn-Merkmale. Er trägt als Hauptmarkierung ein nachleuchtendes Dreieck. Ausgestattet ist die instrumentelle Uhr mit einem polierten Gehäuse aus Edelstahl, damit ist die 104 St Sa I W unterdrucksicher und druckfest bis 20 bar. Durch den Sichtboden lässt sich die Arbeit des mechanischen Werkes beobachten. Brücken und Kloben sind mit Schliffen verziert, die Schraubenköpfe sind gebläut, und der Rotor ist mit Genfer Streifen und einer schönen Markengravur versehen. Die Gangwerte sind ebenso gut – bei Vollaufzug geht das Werk auf der elektronischen Zeitwaage in allen Lagen zwischen sechs und acht Sekunden vor. Am Arm ist das Ergebnis noch besser, hier geht die Uhr lediglich vier Sekunden am Tag vor. Das ist ein hervorragender Wert. Die Gangreserve beträgt mehr als 40 Stunden.

© Thomas Gronenthal

Watchthusiast-Fazit:

Eine schöne, praktische und präzise Uhr, die mit dem weißen Zifferblatt ein angenehmer Hingucker ist. Der Kaufpreis beträgt 1.350 Euro mit dem massiven Edelstahlband, am Lederband gibt es die 104 ab 1.090 Euro. Das ist ein fairer Preis für einen Zeitmesser, der für viele Jahre treue Dienste leisten wird und jederzeit bei Sinn in den Neuzustand zurückversetzt werden kann. Nur wenige Hersteller verfolgen ein Vertriebs- und Konstruktionsprinzip wie die Frankfurter, das zum einen vernünftige Preise sichert, und zum anderen eine hochwertige Qualität „Made in Germany“!

 

1 Comments

  1. Tolle Uhr, fairer Preis und guter Service. Das ist genau das, was der qualitätsbewußte Kunde sucht.

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