UHREN MAGAZIN – Fotoshooting

Früher habe ich selber Magazine durchgeblättert und die Bilder als schmückendes Element wahrgenommen. Das ging mir auch noch eine Weile als Redakteur für das UHREN MAGAZIN so. Bis ich das erste Fotoshooting selber begleitet habe – nicht nur bei Models ist das ein Knochenjob. Ausleuchten und dekorieren gehört zu den zeitraubenden Jobs eines Fotografen.

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Vier Lichtquellen sind nicht genug: Ausleuchtung einer Uhr. Putzlappen sind omnipräsent, denn Staub kommt von ganz alleine. ©Thomas Gronenthal

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So langsam liegt alles richtig, das Licht passt – erste Probeblicke durch das Objektiv. ©Thomas Gronenthal

Vor einiger Zeit kam die Dugena Premium Festa in die Redaktion, ein Kurztest sollte inklusive Fotoshooting erfolgen. So machte ich mich auf zum Fotografen der Wahl, Marcus Heilscher in Mendig. Er hat sein Studio in den Anlagen rund um den Flugplatz dort – landschaftlich sehr schön gelegen, leider im letzten Winter etwas kühl. Vor dem Schuss steht erst die Planung: Wie wollen wir diese Uhr ablichten, mit welchem Motiv? Schnell war die Wahl des Gentleman getroffen: Ein Whiskyglas, auf Holz, mit einem Lederaccessoire. Eine Auswahl schöner Gläser findet sich schnell, ebenso ein Brett mit poliertem Furnier. Den Whisky – ja, den haben wir nicht. Aber Apfelsaft! Bilder schmecken und riechen nicht, also perfekt: Wir nehmen den Saft.

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Es fehlt Eis im Whiskyglas! ©Thomas Gronenthal

Und dann beginnt das große Räumen, Polieren und Schieben des Motivs. Das Licht fällt durch ein halbtransparentes Lichtzelt, dennoch dauert es eine Weile. Danach wird die Kamera mit Objektiv und Blitz optimal ausgerichtet. Am Ende muss auch alles harmonieren! Manch ein Leser mag jetzt vermuten: Fertig, das kann ja nur eine Stunde gedauert haben. Nein, es ist inzwischen Mittag, und wir machen die ersten Probebilder. Die Ausleuchtung muss weiter korrigiert werden, zudem wird klar, dass die Bilder am Ende montiert und nachbearbeitet werden müssen. Das ist der Hauptvorteil der modernen Fotografie: Mit unterschiedlichem Fokus und unterschiedlicher Belichtung kann am Ende montiert werden, es entsteht ein Bild, das mit normalen Mitteln analoger Fotografie nie hätte entstehen können.

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Das Motiv wirkt stimmig, das Licht auch. Und der Apfelsaft fällt kaum auf. ©Thomas Gronenthal

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Auf dem Monitor sieht es schon sehr gut aus! ©Thomas Gronenthal

Am Ende stehen zwei Bilder. Eines kommt in den fertigen Artikel. Eine halbe Seite im Druck, einen ganzen Tag Arbeit. Aber: Ich mache mittlerweile sehr gerne Fotoshootings, denn die Ruhe und Konzentration ist wohltuend. Ein Fotostudio ist zudem ein Ort, an dem Entdeckungen leichtfallen. So wurde im Nebenraum tatsächlich Tapete mit dem Design eines deutschen Sängers und Produzenten fotografiert. Nicht schön, aber selten!

2 Comments

  1. An sich interessanter Artikel.
    Uhren&Schmuckfotografie ein wahrlich kniffliges Genre 🙂

    Möchte mir erlauben, ein paar Dinge zu berichtigen :
    1. Für gewerbliche Bilder dürften keine Firmenlogos mit drauf, sofern keine Einwilligung erfolgte. Damit ist das BlackBerry-Logo auf dem Etui gemeint.
    2. Mich würde wundern, warum ein solches Foto mittels analoger Fotografie nicht möglich sein sollte. Da würde man solche Fotos natürlich mit einer Kamera aufnehmen, mit welcher „Scheimpflug’sche“ Verstellungen möglich wären. Also in Grossformat -oder Mittelformatfotografie.
    Dann bräuchte man am PC auch nichts zusammensetzen. Und was geht schon über die Qualität eines 8×10“ Dias . . . 🙂

    Für meinen Geschmack wäre das „Lichtzelt“ etwas gar klein. Da hat man natürlich extrem wenig Spielraum in Sachen Gestaltung bzw Motivaufbau.

    • Das BlackBerry-Logo war nur während des „Making Of“ zu sehen, ist also am Ende im Magazin nicht erschienen. Bei manchem Accessoire kann man halt nicht unbedingt nur neutrale Dinge nehmen, sonder das, was da ist 🙂
      Bzgl. der Vorteile digitaler Fotografie werde ich noch später über Shootings von Uhrwerken berichten. Hier ist es tatsächlich aufgrund der Schattenwürfe und unterschiedlich nötigen Belichtungen sinnvoll, um ein homogenes Bild zu erzeugen, mehrere Bilder zu machen und am Ende zu montieren. Ein paar Beispiele werde ich dazu noch bringen. Bei der Uhr hier war das nicht nötig.
      Das Lichtzelt in dem Fall war klein, bei vielen Bildern kommt auch keines zum Einsatz, sondern noch mehr Scheinwerfer und ausladende Deko in Holz oder Granit, das ist immer je nach Einzelfall und Model 😉

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