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Review: Casio Edifice EFK-100 – Automatik ab 279 Euro

Casio F-91W

So kennt man Casio: Der Klassiker F-91W. © Casio

Es waren die 1980er Jahre, in denen ich eingeschult wurde. Und damals war es Mode, eine der modernen digitalen Uhren zu haben, die zur vollen Stunde piepten. Da die Uhren nicht synchron liefen, bedeutete das in der Klasse also mindestens zehnmal Piepsen im Abstand von einigen Minuten…. Die meisten der Wunderdinger waren von Casio – dem Inbegriff der Digitaluhr aus Japan. Jetzt wird alles anders: Das Unternehmen stellt in seiner Edifice-Kollektion die Automatikuhr EFK-100 vor.

Die Casio Edifice EFK-100 mit schwarzem Zifferblatt

Die Casio Edifice EFK-100: Eine elegante und zugleich sportliche Uhr. © Thomas Gronenthal

Die Uhr ist in Edelstahl erhältlich, das Zifferblatt besteht beim Testmodell aus Carbon, das Frontglas ist aus Saphir und der Boden verfügt über einen Einsatz aus Mineralglas. Das Werk ist sichtbar und ein alter Bekannter: Das Seiko NH35 – bzw. hier das TMI NH35A. Die gesamte Uhr wird in China montiert – so ist es zumindest auf dem Gehäuseboden vermerkt.

Das Seiko-TMI NH35A mit personalisiertem Rotor.

Ohne Verzierung wie eh und je, aber ein treues Arbeitspferd: Das Seiko-TMI NH35A. © Thomas Gronenthal

Mit der EFK-100 wagt sich Casio also in eine Domäne, die eigentlich von Unternehmen wie Seiko und Citizen beherrscht wird. Werfen wir einen Blick auf das Design: Es ist das typische Edifice-Design mit klaren Linien, sinnvollen Abmessungen und alltagstauglichen Proportionen. Die Uhr ist nicht zu groß, aber manchem vielleicht zu klein: Mit 39 Millimetern fällt die Uhr eher Medium aus, was sie aber zusätzlich auch als Damenuhr attraktiv machen kann. Die Höhe ist mit 12,5 Millimetern dem Seiko-Werk geschuldet. Generell fällt auf, dass die Verarbeitung exzellent ist: Gehäuse und Band sind poliert und satiniert, alle Schliffe sind sehr sauber ausgeführt, das Gehäuse mit dem integrierten Band aus massiven Edelstahlgliedern ist sehr ansehnlich und fühlt sich auch so an. Allerdings – die Toleranzen zwischen den Bandgliedern könnten noch etwas knapper sein, um ein Klappern zu verhindern und der Uhr noch mehr Wertigkeit zu geben.

Casio Edifice EFK-100

Band und Schließe sind recht massiv und solide. © Thomas Gronenthal

Das Zifferblatt aus Carbon ist extrem sauber gefertigt, die Indexe sind erhaben und appliziert. Selbst die Zeiger mit Leuchtmasse sind sehr sauber und hochwertig gefertigt, sogar skelletiert  und verfügen über eine nahezu optimale Länge. Ein Wermutstropfen: die Leuchtmasse in den Zeigern hinkt hinter vergleichbaren Modellen von Seiko oder Citizen her.

Das Armband ist leicht zu kürzen – statt Schrauben werden Spreizstifte verwendet, die sich einfach ausschlagen lassen. Die Wasserdichte gibt Casio mit 100 Metern an. Trotz nicht verschraubter Krone besteht die Uhr den Wasserdichtetest ohne Probleme.

Casio Edifice EFK-100

Die Carbonstruktur kommt sehr gut zur Geltung. © Thomas Gronenthal

Beim ersten Test auf der Zeitwaage hat das NH35 in horizontaler Lage einen Vorgang von 24 Sekunden auf 24 Stunden. Vertikal beträgt der Vorgang immer noch 17 Sekunden. Das kann das Uhrwerk besser: Nach dem Richten der Spirale und einer Regulierung läuft das Werk mit Werten in allen Lagen unter +/- 7 Sekunden. Casio scheint also bei der Montage der Uhren keine wesentlich Gangkontrolle vorzunehmen. Immerhin ist die Amplitude nicht seiko-typisch im Bereich von 240 Grad, sondern durchbricht liegend sogar die Marke von 280 Grad.

Casio Edifice EFK-100

Die Faltschließe mit Drückern. © Thomas Gronenthal

Das Tragegefühl der Uhr ist übrigens angenehm, dank der Größe und der Proportionen und des angenehmen Bandes mit einer Faltschließe sitzt die Uhr wie angegossen.

Casio Edifice EFK-100 in Karbon

Die Variante im Carbon-Gehäuse für 449 Euro. © Casio

Watchthusiast-Fazit: Die Casio EFK-100 ist eine solide Uhr mit sehr guter Ausstattung. Die Gangwerte der Testuhr allerdings waren weniger gut, konnten aber schnell korrigiert werden. Alles andere ist in Anbetracht des Preises – 299 Euro für die Testuhr mit Stahlgehäuse und Kohlefaser-Zifferblatt – wirklich günstig.

Für 279 Euro gibt es die Uhr noch mit weißem, grünen oder blauem Zifferblatt. Hier ist allerdings der Kohlefaser-Eindruck nur galvanisch, das Zifferblatt ist aus Metall. Für 449 Euro gibt es die EFK-100XPB-1A als Star der Serie. Hier besteht auch das Gehäuse aus Kohlefaser, das Armband aus Resin. Diese All Black-Uhr ist ebenfalls bis 100 Meter wasserdicht. Und mit dem Preis konkurriert die Casio EFK-100 unmittelbar mit Uhren wie der Citizen Tsuyosa oder Modellen aus der Seiko 5 Sports-Reihe. Und gerade bei Band und Schließe liegt hier in meinen Augen die Casio vorne.

Casio Edifice EFK-100

Variante mit weißem Blatt – hier ist die Carbonstruktur nur optisch, das Zifferblatt ist aus Metall. Dafür kostet diese Uhr nur 279 Euro. © Casio

 

 

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