Neues aus der Uhrenwelt

Baumann Aying F38 ND: Mechanische Uhr für 360 Euro

Patrick Baumann aus dem oberbayerischen Aying konzentriert sich mit seiner neuen F38 ND auf das, was eine gute Alltagsuhr ausmacht: ein funktionales Design, solide Technik und eine sorgfältige Regulierung des Uhrwerks. Er nennt seine Kreation daher auch passend „Werkzeuguhr“.

Die drei Varianten der Baumann Aying F38 ND Automatikuhr

Das Trio verfügt – je nach Modellvariante – über unterschiedliche Leuchtausstattung. © Werkzeuguhren Bauman Aying

Schlichtes Design und durchdachte Proportionen der Baumann Aying F38 ND

Mit einem Durchmesser von 38 Millimetern hat die F38 ND echte Modelmaße und passt an praktisch jedes Handgelenk – auch bei Damen. Es ist erfreulich zu sehen, dass die Maße wieder unter 40 Millimeter Durchmesser schrumpfen. Das Edelstahlgehäuse besitzt eine gebürstete Oberfläche, die von einer polierten Fase akzentuiert wird. Mit einer Bauhöhe von zwölf Millimetern sind die Proportionen der Automatikuhr überaus stimmig.

Auch die übrigen Eckdaten passen zum Charakter einer unkomplizierten Werkzeuguhr. Das gewölbte, einseitig entspiegelte Saphirglas schützt vor Kratzern, während die Wasserdichtigkeit bis 100 Meter genügend Reserven für die meisten Alltagssituationen bietet.

Baumann Aying F38 ND in Sand

Sand auf Sand. © Werkzeuguhren Baumann Aying

Die mit 7,5 Millimetern recht großzügig dimensionierte Krone dürfte sich zudem gut bedienen lassen.

Bei der Gestaltung des Zifferblatts stehen Übersichtlichkeit und Ablesbarkeit im Mittelpunkt. Zeiger und Indizes sind mit nachleuchtender Leuchtmasse versehen. Bei der schwarzen Ausführung kommt zusätzlich blau leuchtende Masse für Ziffern und Indizes zum Einsatz.

Drei Farbvarianten stehen zur Wahl: Schwarz (NDB), Sand (NDS) und Grau (NDG). Dazu kombiniert Baumann jeweils ein farblich passendes Canvas-NATO-Band mit einer Breite von 20 Millimetern.

Angetrieben wird die Baumann Aying F38 ND von Seiko

Im Inneren der F38 arbeitet das bewährte automatische Kaliber NH38A von der Seiko-Tochter TMI. Das Uhrwerk verfügt über Handaufzug, Sekundenstopp und eine Gangreserve von rund 41 Stunden. Es ist kein exklusives Kaliber – aber ein Uhrwerk, das bestens zu einer Werkzeuguhr passt, technisch sehr robust ist und keine konstruktiven Schwächen verbirgt. Es ist ein sehr naher Verwandter des NH35, verzichtet wird allerdings auf die Datumsanzeige. Ab Werk gibt TMI eine Präzision von – 25 bis + 35 Sekunden pro Tag an (bei einer Temperatur von 23 Grad Celsius – +/- 2 Grad). Das war für Patrick Baumann nicht akzeptabel: Jede F38 wird in Aying einzeln von Hand in fünf Lagen reguliert.

So sieht die Baumann Aying F38 ND in Sand am Arm aus

Am Arm macht die Uhr dank der 38 Millimeter eine exzellente Figur. © Werkzeuguhren Baumann Aying

Das angestrebte Gangziel liegt dabei zwischen minus null und plus 15 Sekunden pro Tag – also deutlich präziser als die Werksangabe. Die ermittelten Messwerte werden in einem individuellen Prüfprotokoll dokumentiert, das der jeweiligen Uhr beiliegt. Ähnlich wie bei einer Chronometerprüfung ist dies aber keine Garantie auf exakt diese Gangwerte beim Träger – denn das individuelle Trageverhalten, die Temperatur und vieles mehr haben einen deutlichen Einfluss.

Die Baumann Aying F38 ND ist ein Herzensprojekt

Bereits seit Jahren beschäftigt sich Patrick Baumann mit dem Bau und der Regulierung mechanischer Armbanduhren. Seit 2022 hat er nach eigenen Angaben rund 150 Uhren aufgebaut und reguliert, etwa 50 davon nach eigenen Entwürfen. Und was könnte eine bessere Grundlage für Erfolg sein als eine echte Leidenschaft!

Der Boden der Baumann Aying F38 ND

Krone und Boden sind individuell graviert. Die Bearbeitung der Oberflächen wirkt wertig und sorgfältig. © Werkzeuguhren Baumann Aying

Auch die neue F38 ND trägt seine gestalterische Handschrift. Sowohl das Gehäuse als auch das Zifferblatt wurden von ihm selbst entworfen.

Bei der Fertigung setzt Baumann auf eine internationale Arbeitsteilung: Das Edelstahlgehäuse entsteht nach seinen Zeichnungen bei einem Auftragsfertiger in China, die Zifferblätter werden in Deutschland gedruckt. Die Montage, Regulierung und Endkontrolle erfolgen schließlich in Aying bei München.

Das Gehäuse der Baumann Aying F38 ND im Detail

Das Profil weiss zu gefallen. Das Gehäuse ist mehrteilig – Lünette, Mittelteil und Boden sind einzeln. Auf einen Glasboden wurde verzichtet – was der Uhr nicht schadet. © Werkzeuguhren Baumann Aying

Das ist eine transparente und durchaus pragmatische Herangehensweise. Schließlich entscheidet nicht allein das Herkunftsland einzelner Komponenten über die Qualität einer Uhr, sondern auch, wie sorgfältig sie konstruiert, montiert und kontrolliert wird.

Mechanische Uhrmacherei für 360 Euro

Besonders bemerkenswert ist der Preis. Für 360 Euro erhält der Käufer eine mechanische Automatikuhr mit einseitig entspiegeltem Saphirglas, 100 Metern Wasserdichtigkeit, individuell reguliertem Uhrwerk und dokumentierten Gangwerten. Das ist ein starker Gegenwert! Die erste Kleinserie befindet sich bereits in Produktion. Vorbestellungen sind ab sofort möglich, die Auslieferung soll am 10. November 2026 beginnen.

Baumann Aying F38 ND in Grau bei der Montage

Endmontage und die Reglage finden in Aying bei München statt. © Werkzeuguhren Baumann Aying

Watchthusiast-Fazit: Eine erfreulich bodenständige Werkzeuguhr

Die Baumann Aying F38 ND versucht nicht, mit großen Namen, spektakulären Komplikationen oder einer künstlich aufgeladenen Markengeschichte zu beeindrucken.

Stattdessen bietet sie ein zurückhaltendes Design, vernünftige technische Eigenschaften und einen für diese Preisklasse ungewöhnlich hohen Aufwand bei der Regulierung.

Baumann Aying F38 ND mit schwarzem Zifferblatt

Ablesbarkeit: Optimal. Und das bei Tag und Nacht. © Werkzeuguhren Baumann Aying

Ob sich die sorgfältige Abstimmung des NH38 auch im täglichen Gebrauch entsprechend bemerkbar macht, wird in Kürze ein ausführlicher Praxistest zeigen.

Doch schon auf dem Papier macht die F38 ND einen sympathischen Eindruck. Sie erinnert daran, dass die Faszination mechanischer Uhren nicht zwangsläufig eine Frage des Preises ist.

Baumann Aying F38 ND Automatikuhr

Das graue Zifferblatt setzt einen individuellen Akzent. © Werkzeuguhren Baumann Aying

Manchmal genügen ein solides Uhrwerk, ein durchdachtes Gehäuse, ein schönes Zifferblatt und qualitative Komponenten – und jemand, der sich die Zeit nimmt, die Mechanik sorgfältig einzustellen.

Technische Daten – Baumann Aying F38 ND

Merkmal Ausführung
Gehäuse Edelstahl, gebürstet mit polierter Fase
Durchmesser 38 mm
Höhe 12 mm
Uhrwerk NH38, Automatik
Funktionen Handaufzug, Sekundenstopp
Gangreserve ca. 41 Stunden
Regulierung Fünf Lagen, Zielbereich 0/+15 Sek./Tag
Glas Gewölbtes, einseitig entspiegeltes Saphirglas
Wasserdichtigkeit 100 Meter
Krone 7,5 mm
Armband Canvas-NATO, 20 mm
Varianten Schwarz, Sand, Grau
Preis 360 Euro
Auslieferung Ab 10. November 2026

Weitere Informationen: www.baumann-aying.de

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