Arg teuer: Die Tag Heuer-Smartwatch

 Tag Heuer hat am 9. November 2015 eine Rakete steigen lassen – eine smarte Uhr, die richtig teuer ist. Wer sich beim Erscheinen der Apple-Watch erschreckt hat, sollte sich jetzt setzen. Arg teuer ist die Tag Heuer: 1.350 Euro. Voller Elan stellte Tag Heuer-Chef Jean-Claude Biver die Tag Heuer Connected in New York vor. Eine lange Schlange vor dem Flagship-Store gibt ihm zumindest zunächst recht: Das Verlangen nach der Neuheit ist groß.
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Tag Heuer, Google und Intel: Das Dream-Team hinter der Connected. ©Tag Heuer

Trotzdem die Uhr auch mit dem mobilen Betriebssystem Android Wear von Google ausgestattet ist, kostet sie deutlich mehr als die Wettbewerbsmodelle von Firmen wie Samsung, Sony und LG. Während man den Geräten der asiatischen Unternehmen allerdings schon von weiter Entfernung her ansiegt, dass hier ein Computer das Handgelenk ziert, bietet Tag Heuer eine an die Carrera-Kollektion angelehnte Uhr. Verschiedene Zifferblattdesigns bis zum Chronograph bieten Abwechslung und den Eindruck einer analogen Uhr. Trotz Zeigern drehen sich hier nur Pixel.
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Gruppenbild mit Displays: Die Tag Heuer ist mit bunten Armbändern und unetrschiedlichen Zifferblättern eine ganze Uhrensammlung in einer einzigen Uhr. ©Tag Heuer

Trotz allem Luxus – unter der Motorhaube des Smart-Boliden ist die Software, die auch in Modellen für 200 Euro zum Einsatz kommt. Ein Smartphone ist ebenso nötig, um wirklich Spaß mit der Uhr zu haben. Einen Unterschied gibt es zudem zu den Wettbewerbern um billigen Preisumfeld: Der Chip. Statt Prozessoren von Qualcomm verwendet Tag Heuer einen 1,6 GHz schnellen Intel-Prozessor samt Netzwerk-Chips für Bluetooth und WLAN. Darüber hinaus bietet die Connected die üblichen Bewegungssensoren, einen Bildschirm mit 1,5 Zoll und 360 x 360 Pixel.
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Die vier Kontakte sind zum Laden des Akkus – nicht so smart wie bei der Apple-Watch, die per Induktion geladen werden kann. Auf dem Boden verewigt sind die Partner in dem Projekt. ©Tag Heuer

Eine der wichtigsten Fragen: Wie lange hält die Batterie. Die Antwort lautet 25 Stunden – und ähnlich wie bei der Apple Watch ist davon auszugehen, dass der Akku auch durchaus eine oder mehr Stunden vorher in die Knie geht. Das ist aus meiner Sicht nicht genug. Wer die Uhr auch als Wecker nutzen will, kommt um das nächtliche Tragen nicht umhin. Dann ist aber ein Ladevorgang während der Nacht nicht möglich.
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Android Wear: Kurznachrichten am Handgelenk. ©Tag Heuer

Ander als die plastilin wirkenden Uhren anderer Hersteller ist die Tag Heuer Connected in Titan eingekleidet. Das Gehäuse ist gegen Spritzwasser geschützt – nicht unbedingt ein zeitgemäßer Standard, denn bei jeder Wasseraktivität muss die smarte Uhr leider am Ufer bleiben. Der Durchmesser beträgt 46 Millimeter, das Gewicht leichte 52 Gramm. Damit stimmt der Eindruck einer vollwertigen Herrenuhr.

Vollkommen anders als die Angebote der asiatischen Firmen ist die übrige Hardware, der anzumerken ist, dass sie von Uhrmachern entwickelt wurde. Das Gehäuse etwa besteht aus extrem robustem Titan, wurde offenbar aufwendig nachbehandelt und ist nach dem IP67-Standard gegen Spritzwasser geschützt. Mit einem Durchmesser von 46 Millimetern und 52 Gramm Gewicht ist die Connected sehr deutlich als Herrenuhr zu erkennen.Tag Heuer gibt der Uhr zwei Jahre – denn nach diesem Zeitraum können die Nutzer das digitale Teil gegen eine echte Automatik tauschen, die im Design der Smartwatch entspricht. Das kostet die Kleinigkeit von weiteren 1.350 Euro. In Summe muss ernsthaft gefragt werden, warum Uhrenfreunde nicht für 2.600 Euro direkt eine qualitative Uhr kaufen – die nicht bei Nachrichten bimmelt und vibriert. Denn eine Frage muss man sich stellen – zumindest ich habe sie mir nach einigen Wochen mit der Apple Watch gestellt: Wie nahe möchte ich alle Nachrichten, E-Mails, Tweets, Whatsapps und und und an mich heranlassen. Für mich ist klar: Am Handgelenk ist Schluss.

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Ein kleine Auswahl der zahlreichen Gesichter der Tag Heuer Connected. ©Tag Heuer

2 Comments

  1. Die schaut ja super aus! Ich war Smart Uhren immer sehr skeptisch gegenüber, bis mir meine Frau eine von Mondaine geschenkt hat. Ich bin zwar noch immer nicht 100% überzeugt und werde auch in der Zukunft meine anderen Uhren noch sehr schätzen, aber es bestimmt brauchbar für die Zukunft!

    • Ich bin gespannt, wie sich Smartwatches durchsetzen. Ob jede wohl demnächst neben den Chronometern in der Auslage vom Juwelier liegen?

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