Test PortaS Görlitz: Das (untere) Ende der Fahnenstange

Uhren vom Teleshopping-Sender 1-2-3.tv

Wer beim zufälligen Zappen in einer der Teleshopping-Verkaufsshows landet, bekommt zunächst eines: Unterhaltung. Bei mechanischen Uhren wird mit großen Worten die traditionelle und hochwertige Fertigung angepriesen, mancher Marke wird sogar eine Herkunft aus der Nähe von Glashütte/Sachsen zugesprochen. Am Ende handelt es sich dennoch um Uhren, deren Markenname so austauschbar scheint wie das Design mit asiatischen Wurzeln. 1-2-3.tv sorgt mit hoher Frequenz als „Juwelier und Uhrenexperte“ für solche Angebote. Zu den 1-2-3-Uhrenmarken gehören Raoul U. Braun, Temptan und PortaS. Letztere Marke steht nach den Aussagen der Präsentatoren für „Porta Saxonia“, die Pforte zum sächsischen Herz der hohen Uhrmacherei: Glashütte.

Die ausgefeilten Modelle, die durch die Moderatoren und Präsentatoren blumig angepriesen werden, rufen nach einer näheren Untersuchung. Erweckt wird der Eindruck, das die Uhren einer langen Tradition folgend gefertigt werden – es ist die Rede von einer deutschen Manufaktur und ausdrüclöich von Handarbeit. Es ist Zeit, eine dieser Uhren zu testen – und zwar zunächst ganz ohne Vorurteil. Vielleicht bietet die PortaS Görlitz tatsächlich Qualitäten!

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Auf den ersten Blick nicht schlecht – vorausgesetzt, die Uhr wird im rechten Licht fotografiert! Kleine Sekunde, Gangreserveanzeige und Datum bieten einige Anzeigen für das Auge – wenn auch im Fall des Datums kaum ablesbar. © Thomas Gronenthal

In einer wenig schmucken Pappschachtel wird die PortaS Görlitz geliefert. Der aktuelle Preis beim Shoppingsender beträgt 98,90 Euro – reduziert von 144 Euro. Immerhin: In guter, alter DM-Mark sind das 200 Mark.

Ein gefalteter Zettel klärt über die Bedienung auf, eine Garantiekarte ist nicht beigefügt. Eine wertige Verpackung sieht anders aus, aber bei PortaS investiert man sicher nur in die Uhr selber.

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Der massiv wirkende Boden entpuppt sich nach dem Abschrauben als dünn und blechern. Die Ätzgravur auf dem Rotor des Seagull-Werkes wirkt wenig wertig, das Uhrwerk selber ist im Einkauf nicht teurer als 15 bis 20 US-Dollar, je nach Abnahmemenge. © Thomas Gronenthal

Billigband mit scharfen Kanten

Uhr und Band kommen etwas klapperig daher – die Görlitz hängt an einem Band aus massiven Edelstahlgliedern mit einer Doppelfaltschließe. Ein wichtiges Detail – macht doch der TV-Presenter gerne darauf aufmerksam, nichts an der Uhr sei aus Trompetenblech. Tatsächlich, es handelt sich auch eher um Stahlblech – Trompeten werden aus Messing gearbeitet.

Das Armband ist gestanzt, gebürstet und poliert – die Qualität im Detail ist nicht hochwertig. Band wie Schließe haben scharfe Kanten und Ecken, die mit wenig Aufwand in der Produktion entgratet werden könnten. Haptisch, optisch und akustisch ist das Band eine Enttäuschung. Die Doppelfaltschließe ist extrem scharfkantig und zudem nur unter Anwendung von Gewalt zu öffnen. Auch die Glieder zeigen in den Zwischenräumen die Spuren des Stanzprozesses, ohne noch einmal per Hand entgratet oder feinbearbeitet zu werden.

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Die Schließe: Gebogenes Edelstahlblech. Von der Haptik ist das Band unschön, es ist weder an den Kanten entgratet noch sonst feinbearbeitet. © Thomas Gronenthal

Das Zifferblatt macht einen zunächst optisch angenehmen Eindruck. Die rote Grundfarbe ist sicher nichts für jeden Geschmack, doch die kleine Sekunde auf sechs Uhr, das Zeigerdatum auf halb drei Uhr und die Gangreserveanzeige auf halb elf Uhr sorgen für Leben. Die beworbene aufwendige Guilloche entpuppt sich bei einer näheren Untersuchung allerdings als einfache Prägung. Eine richtige Guilloche wird spanabhebend aufgebracht, mit einer speziellen Maschine. Die Ziffern scheinen aufgesetzt und werden auch im TV als appliziert angepriesen – bei der Betrachtung des Blattes von hinten fällt jedoch auf, dass die Ziffern ebenso nur geprägt sind.

Das ist die billigste Methode, ein Zifferblatt zu produzieren – selbst bei einer Seiko 5 Automatic für 119 Euro sind Indexe und Markenlogo aufgesetzt und auf der Blattrückseite verstiftet. Zudem ist das Zeigerdatum extrem schlecht abzulesen – die Anzeige ist schlicht zu klein.

Nichts hat Glashütter Gene

Apropos, wir erinnern uns: Die Uhr stammt ja angeblich aus Sachsen, dem Herzen der deutschen Feinuhrmacherei. Allerdings fehlt im Test bisher jeder handwerkliche Bezug zu Uhren „Made in Germany“.

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Basis-Zifferblatt: Geprägte Ziffern, unschöne Kanten, verkleckerter Lack. © Thomas Gronenthal

Der Blick durch den Glasboden verrät die wahre Herkunft von Uhr und Werk. Offensichtlich ist die Pforte zum Freistaat Sachsen in der chinesischen Provinz Tianjin. Dort zumindest kommt die PortaS Görlitz her. Ein Ableger des chinesischen Seagull ST17 treibt die Zeiger über das Zifferblatt. Die Präzision ist mäßig: Das chinesische Uhrwerk mittlerer Güte liefert stark wechselnde Amplituden, die Ganggenauigkeit liegt bei ca. 20 bis 25 Sekunden Vorlauf pro Tag. Der Abfallfehler liegt zwischen 0,1 und 0,3 ms – ein ordentlicher Wert. Die tägliche Abweichung ist indes verbesserungswürdig – nach einer Woche Tragetest beträgt der Vorlauf bereits mehr als zwei Minuten. Verziert ist das Werk mit Genfer Streifen, hier allerdings in der Version „Shanghaier Striemen“. Statt mit einem passenden Schleifwerkzeug werden die Streifen auf das Werk geprägt, eine optische Fälschung ist die Folge. Der Effekt passt allerdings zum Zifferblatt: Etliche Versprechungen aus der TV-Show haben sich bisher als falsch herausgestellt…..

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Detail des Uhrwerks: Dieser Trieb am Federhaus sorgt für die Übertragung der Gangreserveanzeige auf die Ebene unter dem Zifferblatt. Die Methode wirkt hemdsärmelig, scheint aber funktionell. © Thomas Gronenthal

Das Werk ist – gemäß dem Gesamtpreis – eine wenig wertige Angelegenheit. Als Ersatzteil kostet es bei gängigen Grossisten knapp 25 US-Dollar, beim Großserienhersteller in China ist es noch um einiges günstiger. Schraubt man den Boden auf, offenbart sich weiteres Unbill. Der Gehäuseboden – von außen tadellos poliert und lasergraviert – ist dünn und wirkt blechern. Die Verarbeitung des Gehäuses generell entspricht maschinellem Standard. Das Gewinde für die Bodenverschraubung ist überraschend sauber geschnitten – einer der wenigen Pluspunkte.

China-Werk im Plastikring

Das Werk wird im Gehäuse durch einen sehr großen Plastikring gehalten, der Korrekturdrücker für das Datum wird mit einem beweglichen Plastikteil verlängert. Die Frage nach einer Dauerhaltbarkeit sollte hier nicht gestellt werden – üblicherweise zerfallen diese Kunststoffe nach einigen Jahren. Vermutlich ist eine Uhr wie diese aber auch nicht ernsthaft als Erbmasse an die nachfolgende Generation gedacht. Als Deck- und Bodenglas kommt gewöhnliches Mineralglas zum Einsatz, durch den leicht erhöhten Einbau des flachen Frontglases besteht dabei das stete Risiko von Kratzern und Absplitterungen an der Kante sowie über die gesamte Fläche.

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Ein sehr großer Haltering aus weißem Plastik sichert das Werk im Gehäuse. Rechts neben der Krone ist zudem die Drückerverlängerung für den Datumskorrektur zu sehen. Eine Frage der Zeit, wann dieses Teil bricht und möglicherweise auf Wanderschaft geht. © Thomas Gronenthal

Die Anzeige der Gangreserve, die ebenso wie das Datum per Modul auf dem Basiswerk realisiert wird, ist praktisch und recht genau. Die Kontraste der Zeiger auf dem Zifferblatt sind hingegen nicht ausreichend, das Ablesen der Zeit braucht einen Moment länger.

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Zifferblatt im Detail. © Thomas Gronenthal

Watchthusiast-Fazit

Die sächsische Stadt Glashütte lag für die PortaS Görlitz möglicherweise auf dem Transportweg von China zum Teleshopping-Versandzentrum. Mehr aber auch nicht – diese Uhr ist weder in Deutschland gefertigt noch wird ein Produktionsschritt hier vorgenommen. Gehäuse und Band erfüllen Basisansprüche an eine Uhr, die verkaufsfördernden Argumente der Anpreiser sind zu einem großen Teil lediglich als Unterhaltung zu verstehen. Wer auf die Flut von Zifferblattanzeigen, offene Unruhen im Tourbillon-Look und anderem Chic besteht, wird allerdings kaum eine qualitative Alternative in diesem Budgetrahmen finden. Wer eine hochwertige Uhr zu einem günstigen Preis sucht, sollte definitv bei anderen Marken und Anbietern suchen.

Die Andeutungen der Moderatoren und Uhrenexperten zur sächsischen Herkunft des Weckers sind irreführend. Das macht es nicht leichter, die Qualität und Attitüde der Teleshopping-Marken wirklich effektiv einzuordnen.Die hier getestete Uhr hat für eine Preiskategorie von maximal 100 Euro durchaus auch Vorzüge. Wenn da nicht die ständige Suggestion einer Luxusuhr mit sächsischen Wurzeln im Raume stehen würde, obwohl das Produkt ein chinesischer Massenartikel ist. Nur der Name ist deutsch – und die Geschichten, die während der Präsentation erzählt werden.

Zehn Monate später – da stimmt was nicht

Seit dem Test wurde die Uhr einige Male getragen, das Uhrwerk vollzieht seinen Dienst nach zehn Monaten allerdings nur noch eingeschränkt.

Lange lief die Uhr, die alle paar Tage per Hand aufgezogen wurde, mit einigem Vorgang bis zum Ende der Gangreserveskala ab. Mittlerweile bleibt sie in der Mitte der Gangreserve nach etwa 20 Stunden stehen. Auch die Gangwerte haben sich massiv verschlechtert. Sowohl auf der Zeitwaage wie auch am Arm hat die PortaS Görlitz einen deutlichen Nachgang entwickelt. Mehr als eine Minute am Tag verliert die Uhr, und extreme Schwankungen lassen einen eindeutigen Schluss zu: Mindestens ein Zapfen im Räderwerk ist vermutlich aufgrund mangelnder Schmierung beschädigt und sorgt so für einen zu großen Widerstand, den die ablaufende Zugfeder nicht überwinden kann. Die Uhr bleibt also frühzeitig stehen. Ein solcher Fehler tritt auf, wenn das Uhrwerk während der Produktion nicht gut und gleichmäßig geölt wurde. Lauft ein Zapfen trocken, fällt das zunächst nicht auf. Mit steigendem Verschleiß jedoch lässt die Genauigkeit nach, und möglicherweise bleibt die Uhr regelmäßig stehen – so wie im Fall der PortaS Görlitz.

Auch interessant: Raoul U. Braun im Test

 

54 Comments

  1. Auch ich bin einmal auf so eine Luxusuhr reingefallen. Nachdem ich in Glashütte nicht fündig geworden bin, bin ich schließlich in München an jemand gelangt, der mir Auskunft geben konnte: keine Beziehung zu Glashütte, Fertigung in verschiedenen Orten der Republik. Ich hoffe, mit einer Kronsegler Genius nicht reingefallen zu sein.Von Jean Marcel und Delma kann ich nur Gutes Berichten.

  2. Auch Kronsegler verwendet Teile aus Asien. In der Genius arbeitet ein Miyota-Kaliber, ein Ableger des 9015 mit 28.800 A/h. Das ist wesentlich hochwertiger als die China-Werke, die hier bei PortaS verwendet werden. Allerdings ist es auch in der Preisklasse um die 200 Euro bereits zu finden. Insofern ist die dargelegte Nähe zur Glashütter Uhrenbaukunst auch hier deutlich in Zweifel zu ziehen.

    • Detlef Schulenburg 10. Mai 2017 um 7:10

      Nur zur Ergänzung: Auch Dugena verwenden Teile aus Asien. Genau dieses Werk ist in der auch hier getesteten Uhr zu ca. 500,- €.

  3. Jeden Tag steht ein Dummer auf, manchmal auch mehrere 🙂 Am Anfang meiner Uhrenleidenschaft habe ich auch mal so etwas gekauft, dann aber schnell entsorgt…. Mittlerweile liebe ich meine Marcello C. Handaufzug, und noch ein paar andere Modelle von Seiko und Citizen.

  4. Sea-Gull produziert auch in der Schweiz.

    • Seagull liefert Rohwerke zu, die in der Schweiz zum Beispiel zum STP 1-11 „verfeinert“ werden. Aber einen wirklichen eigenen Produktionsstandort haben die Chinesen dort nicht.

  5. Ich würde mich freuen, wenn in den Artikeln die Stoppsekunde angesprochen würde. Das ist der Hauptgrund, warum ich auf ETA-Werke stehe. Bei einer Seiko, einer Pulsar oder einer Berny weiss man nie. Darum würde ich auch nie auf eine Portas hereinfallen.

    • Wobei die Stoppsekunde, bzw. der Sekundenstopp, eine sehr simple Einrichtung ist. Meist ist ein Hebel, der durch den Zug an der Krone ausgelöst die Unruh anhält. Ein Kriterium für Qualität ist dies nicht, selbst Top-Marken wie Patek Philippe haben etliche Modelle ohne Sekundenstopp. Bei ETA-Werken ist das mittlerweile üblich – frühe Kaliber 2824 gab es jedoch auch ohne Stopp. Den Hebel kann man allerdings leicht nachrüsten.

  6. Kann man den Shoppingsender Moderatoren nicht eine Betrugsabsicht unterstellen? Sie verkaufen doch die Blenderuhren dem Kunden als etwas, was Sie -sprich Uhren- letztendlich nicht darstellen.

    • Das ist ein schwieriges Feld. In den schriftlichen Angaben zu den Uhren steht zumeist auch nur das, was stimmt. Das blumige Geschwafel täuscht dennoch – aber das ist ähnlich wie im Geschäft: Wenn der Verkäufer keine Ahnung hat, erzählt er Unsinn. Ich fürchte, die Sender wissen sehr genau um die Grenzen der arglistigen Täuschung. Schließlich werden damit Millionenumsätze gemacht.

  7. Wer wenig Geld hat,aber trotzdem eine vernünftige Armbanduhr haben möchte,der sollte sich eine Uhr zw. 100 und 200 Euro von Seiko,Pulsar,Casio oder Swiss Military Hanowa kaufen. Von diesen Herstellern gibt es in dieser Preislage gute Uhren. Von dem ganzen Fantasienamenuhren würde ich abraten. Die repariert kein Uhrmacher,sollte da mal was kaputt sein.

  8. Hallo, habe mir eine Kronsegler Madame Präsident II gekauft. IP-vergoldet Gelbgold farben. Da in den Papieren nirgends darauf eingegangen wird, bin ich verunsichert was das bedeutet und ob tatsächlich Gold drauf ist. Vor allem mit wieviel Karat? Die Firma gibt es wohl tatsächlich in Glashütte. Aber ist das jetzt doch eine billige Importuhr?

    • Auch im Fall von Kronsegler ist der Schein schöner als das Sein. Diese Uhren werden nicht in Glashütte hergestellt, dieser Ort dient lediglich als „gute Adresse“. Generell werden in den Uhren von Kronsegler zum größten Teil Werke aus Japan verwendet, vom Hersteller Miyota. Diese sind auch in Uhren der Klasse unter 100 bis 150 Euro zu finden, und kosten im Einkauf in der Regel weniger als 20 Euro/Stück. Auch die Gehäuse und Bänder werden aus Asien geliefert, es ist eine gute Qualität, aber für einen Preis von fast 500 Euro kann man auch Uhren aus der Schweiz bekommen, die einen Namen haben. Die IP-Vergoldung ist eine extrem dünne Schicht Gold, die über eine Schicht aus Titannitrit gedampft wird. Dieser Prozess findet im Vakuum statt, daher sind es wirklich nur Dämpfe, die sich hier auf dem Gehäuse ablagern. Obwohl die Schicht extrem dünn ist, ist sie recht abriebfest. Eine wertige Vergoldung ist es dennoch nicht – sondern der kostengünstigste Weg, ein Stahlgehäuse goldfarben zu bekommen. Daher werden Sie auch kaum eine Karatangabe finden – die gesamte IP-Vergoldung von Gehäuse und Band lässt sich für ca. 20 Euro in der Massenfertigung in China realisieren. Und von dort dürften auch die ganzen Uhren kommen.

  9. Also Freunde, warum sollten die Chinesen keine guten Uhren bauen können?
    Wer so gute Computer usw. bauen kann, denn die kommen fast alle aus China, der soll keine guten Uhren bauen können? Das ist vielleicht das Wunschdenken so mancher teurer Anbieter oder Ähnliche.
    Ich habe z.B. eine Portas Uhr Automatik (Ernstthal mit schwarzem Zifferblatt)mit ausgeschriebenem Tag und einem Datum. Das Datum ist sehr klein, zugegeben. Aber der Rest ist für den Preis top. Ich habe die Uhr allerdings erst 5 Tage. Sie läuft am Tag +3 Sek. / 24 Std. Das sind Chronometerwerte. Was will man mehr? Ich hatte damit nie gerechnet. Für 130,- € Eine Edelstahl Automatikuhr mit feinem Milanaisearmband, die auch noch sehr gut abzulesen ist. (bis auf das sehr kleine Datum)
    Ich habe auch Schweizer Automatik-Uhren. (Delma, Revue Thommen, Grovana usw.) Diese Portas ist nicht schlechter. Sogar geht sie genauer. Also nicht alles gleich schlecht reden was aus China kommt.

    Was wirklich schlecht ist, ist die Lobhudelei mit Sachsen und den Glashütter Genen usw. Das ist wirklich widerlich und irreführend. Aber da können die Chinesen ja nichts dafür. Also ich bin der Meinung für den Preis bekommt man viel Uhr. Klar wird man sie nicht reparieren, wenn nötig. Da kauft man eben eine neue. Aber 2 Jahre hat man auf jeden Fall eine Gewährleistung. Man bekommt mit Sicherheit gleich eine neue Uhr, wenn wirklich einmal defekt. Was will man mehr? Ist halt meine Meinung zu dem Thema!
    Gruß!

    • Klar können die Chinesen gute Uhren bauen! Das Seagull 2130 bspw. ist ein sehr gutes Werk. Im sächsischen Tianjin werden allerdings die Werke der unteren Reihen verbaut, wie ich aktuelle an meiner PortaS sehe. Die bleibt nämlich bei halber Gangreserve laut Anzeige stehen – nach 20 Stunden, die noch von anfänglichen 40 übrig sind. Zudem ist das, was Sie als Lobhudelei bezeichnen, nahe an vorsätzlicher Täuschung bzw. Irreführung des Kunden. Ganz abgesehen davon, das ein PortaS-Gehäuseboden, der verschraubt noch serh solide aussieht, sich beim öffnen der Uhr als dünnwandiges Bauteil zeigt. Das wird Ihnen bei einer Revue Thommen nicht passieren – allerdings nehmen die wenigsten Uhrensammler ihre eigene Uhr aus dieser Perspektive wahr. Generell gilt aber: Wenn es Spaß macht, warum nicht!

      • Herr Gronenthal!
        Es wird ja auch nur ein dünnwandiger Boden benötigt, da meine Portas nur 5 ATM wasserdicht ist. Meine Revue Thommen hat 30 ATM. Da muss der Boden schon mehr Druck aushalten. Die Revue Thommen kostet aber auch mehr als das Vierfache.
        Aber Sie haben schon recht mit der vorsätzlichen Täuschung bei 123tv. Das ist unmöglicher Schwachsinn! Mit meinen China Uhren bin ich allerdings zufrieden. Immer im Vergleich zum Preis. Klar haben die China Uhren kein Saphirglas. Aber das weiß man ja.
        In meiner Uhrensammlung sind zur Zeit 21 schweizer Automatikuhren. Alle mit ETA oder Sellita Werk. 7 japanische Automatikuhren (Orient und Seiko) und ca. 30 China Automatikuhren. Ich habe eine mords Freude an den Uhren. Wie gesagt. Zur Zeit trage ich die Portas. Ist bis jetzt mit die genaueste Uhr. Hat jeden Tag den gleichen Wert von +3 Sek/24 Std.
        Viel Freude mit Ihren Uhren.
        Gruß

      • Die Chinesen können sehr gute Uhren bauen, allerdings muss man dafür tief in die Tasche greifen. Eine 3-Zeiger Seagull der Oberklasse kostet da locker 600 Euro, bietet aber die gleiche Qualität wie eine Tissot. Und die Seagull-Klone des ETA 2824-2 oder 2892-2 sind sehr gut verarbeitet, vorausgesetzt sie werden in Seagull-eigenen Uhren verbaut. Da ist die Qualität schon sehr gut. Für Fremdlabels wird halt auch in Tianjin kostengünstig mit der heissen Nadel gestrickt. Da kann dann so ein Werk auch mal nach 20 Std. stehenbleiben.
        Die Chinesen halten es da äusserst kapitalistisch: You get what you pay for!

    • Nachtrag zu meiner Aussage am 5. Nov. 2016 zu meiner „PortaS Ernstthal“
      Ich habe diese Uhr jetzt über einen Monat durchgehend am Arm. Die Uhr wurde nur zum Thermengang (5 ATM) abgenommen.
      Keine Probleme! Die Uhr läuft immer noch konstant +3 Sek. / 24 Std. Fast unglaublich für so eine „Billiguhr. Da möchte ich das Billig in kostengünstig ändern. Wenns doch noch billig wird, werde ich mich wieder melden.
      Gruß
      D.S.

      • Nach 2 Monaten hat sich der Vorlauf meiner Portas auf +5 Sek./24 Std. erhöht. Alles noch perfekt. Ich lege die Uhr jetzt in meinen Uhrenkasten. Habe mir eine neue Automatikuhr aus „Made in China“ (die ursprünglich aus der Schweiz stammt) zugelegt, welche jetzt an meinen Arm kommt. Eine Stührling Cuvette Classic.
        Der erste Eindruck ist auch hier sehr gut. Durchmesser 44 mm. Dicke 11,5 mm. Gutes Lederarmband. Saubere Verarbeitung der ganzen Uhr. Das Glas scheint sogar ein Saphirglas zu sein? Durch das Sichtfenster im Gehäuseboden kann man das sauber verarbeitete Werk betrachten. Die Uhr geht in 24 Std. 11 Sek. vor. Auch hier ein guter Wert. Bin gespannt ob alles Positive so bleibt? Ich habe für die Uhr 102,- €. Also kann der ev. Reinfall auch nicht so groß sein. Vielleicht habe ich ja auch wieder Glück, wie bei meiner Portas?

        • Nachtrag und Richtigstellung: Meine Stührling Uhr geht nicht wie von mir angegeben +11 Sek./24 Std. vor, sondern +16 Sek./24 Std. Habe mich vertan, weil diese Uhr keinen Sekundenstopp hat.
          Die Datumslupe ist auch etwas klein geraten, reicht aber aus. Das Glas ist ein Krysterna Crystal. Also wie bei den Smartphones. Bin zufrieden. Die Uhr macht einen guten Gesamteindruck.

          • Thomas Gronenthal 3. Februar 2017 um 13:22

            Interessant wäre es, die Uhr in den verschiedenen Lagen zu testen. Was ausgeglichen scheint, hat manchmal deutliche Ausreißer in verschiedenen Lagen. Das weist dann auf fehlerhafte Schmierung, Schwerpunktfehler, etc. hin. Daher wäre ein Zeitwaagenergebnis wünschenswert. Ich habe aktuell eine Raoul U. Braun im Test, die liegend durchaus ganz gut läuft. In hängenden Lagen aber streuen die Gangergebnisse massiv. Abgesehen davon sind +16 Sekunden schon ordentlich….. Das Werk in der Stührling ist ein Chinese alter Schule, basiert auf dem Seagull ST 16. Wenn Sie mal Ersatz brauchen: Das Werk kostet weniger als 20 US-Dollar.

  10. Hans-Joachim Biesold 9. November 2016 um 19:12

    Zu der Marke ‚KRONSEGLER‘ Ich besitze mehrere Schweizer Uhren mit ETA Werk und eine ,Kronsegler, Die Uhr mit dem asiatischen Werk geht bei weiten
    am genausten! Ich war 4Wochen zur Kur und als ich wieder kam ging die Uhr 1 min vor. Das sind Chronometerwerte! (Die Uhr war in meiner Abwesenheit auf dem Uhrenbeweger) Wenn eine Uhr so genau geht verdient sie ein Lob!

    • Gangwerte, vor allem im Uhrenbeweger, sind eine Momentaufnahme – ob die Uhr am Arm ebenso genau geht, ist nicht sicher zu sagen. Trotz allem, ich wäre froh, meine PortaS würde diese Genauigkeit an den Tag legen. Die Minute schaffe ich an einem Tag. Knapp 30 Sekunden macht meine Raoul U. Braun in 24 Stunden wett, die ich ebenso mit Doppelhemmung in meine Testsammlung aufgenommen habe. In Summe nicht glorreich. Wenn Ihre Uhren mit ETA-Werk jedoch so ungenau laufen, ist möglicherweise ein Service oder eine Regulierung angezeigt.

    • Man braucht auch etwas Glück beim Uhrenkauf.
      Ich habe mal gelesen, dass die Automatikuhren in den verschiedenen Preisklassen auch verschiedene Toleranzen haben.
      Billiguhren (evtl. aus Chinafertigung) = +-30 Sek/24 Std.
      Normalpreisige Uhren (ETA Werke Sellita usw. Schweizer / Japan Uhren = +-15 Sek./24 Std.
      Chronometer = +-6 Sek./24 Std.
      Aus der Erinnerung ohne Gewähr. Bin nicht ganz sicher ob alles genau so stimmt.

      Das bedeutet also, dass man auch bei Chinauhren (+-30Sek/24Std.) Uhren erwischen kann, wie ich bei meiner Portas, die eben +3 Sek./24 Std. laufen kann. Glück gehabt. Wie lange das natürlich anhält ist noch nicht zu sagen. Aber bei meinen anderen China Uhren habe ich bisher noch keine schlechte Erfahrung gemacht. Für das Geld aber keine schlechte Ausgabe.
      Das 123tv auf den China Einkaufspreis was draufschlägt ist ganz normal. Sie haben ja auch die Kosten des Umtausches oder der Rücklieferungen oder die Gewährleistung zu tragen. Man bekommt immer bei Defekten ohne Eigenverschulden eine neue Uhr oder das Geld zurück. Das immer 2 Jahre lang. Was will man mehr?
      Gruß!

    • Herr Biesold, auch ich habe mir jetzt eine Kronsegler Uhr zugelegt. War ein Angebot in der „Sale“ Rubrik. Eine Dichter Edition, eine limitierte Automatikuhr. Die goldene J.W.von Goethe Version. Für 231,- €, meiner Meinung nach ein Schnäppchen. Habe sie seit 5 Std. am Arm. Links die Kronsegler. Rechts die Stührling.
      Bis jetzt ist keine Abweichung feststellbar. Nach 5 Std. 0 Sek. Eine Traumuhr, wenns so bleibt. Also Ihr Lob kann ich nur bestätigen.
      Gruß D.Schulenburg

      • Fortsetzung zu meiner Kronsegler Uhr aus der Sale Rubrik von 123tv.
        Kronsegler!!! Nach nun 24 Std. Tragezeit, der absolute Hammer: Die Uhr hat keine feststellbare Abweichung. Also 0 Sek. / 24 Std. Da kommt keine meiner Schweizer Uhren auch nur Ansatzweise mit. Unglaublich! Sowas habe ich noch nie erlebt. Wenn diese Uhr in China oder Ähnliches gebaut wurde? Dann dürfen sich die Schweizer warm anziehen.
        Die ganze Uhr macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Soviel Glück kann man doch gar nicht haben. Ich warte aufs nächste Kronsegler Schnäppchen. Auch wenn evtl. nur deren Büro in Glashütte ist. Mit dieser Qualität kann man Werbung machen, die überzeugt jeden. Sollte sich was eindeutig Negatives ereignen, melde ich mich wieder. (Übrigens sind die Werte der Stührling auch noch wie von mir angegeben.)

        • Kronsegler Setup: Nach jetzt 3 Tagen durchgehend am Arm, ist die erste Abweichung feststellbar. = +1 Sek. / 72 Std. Da haut’s dem Fass den Boden raus. Da braucht man nicht unbedingt eine Quarzuhr oder einen Tourbillon wegen evtl. Ganggenauigkeiten. Da genügt diese Kronsegler Uhr, die mit allen Qualitäten überzeugt.
          MfG. D.S.

          • Detlef Schulenburg 23. Februar 2017 um 8:07

            Kronsegler Setup. Die Zeit der Träumerei ist scheinbar vorbei. Zur Zeit hat die Uhr nach dem Einlaufen eine Ganggenauigkeit am Arm von +5 Sek. / 24 Std. Wäre ja auch zu schön gewesen. Eine Automatikuhr ohne für den Laien messbare Abweichung. Scheinbar hat es eine Einlaufzeit gebraucht, um eine dauerhafte Konstante zu erreichen? Kein Traumwert mehr, aber noch ein Chronometerwert. Also wer es ganz genau will, landet wohl doch bei einer Quarzuhr. Ich nicht!
            Gruß D.S.

      • Detlef Schulenburg 5. März 2017 um 19:10

        In meiner Kronsegler schlägt das gleiche japanische Werk wie in der getesteten Dugena Premium Festa Uhr.

        • Detlef Schulenburg 15. März 2017 um 8:30

          Kronsegler Setup: Die letzten Werte sind standhaft. Aber ich habe jetzt erst gemerkt, dass auch meine Uhr einen Plastik Reduzierring am Werk besitzt. Ist schlecht von aussen zu erkennen. Das scheint natürlich nur wenig Wertig zu sein! Passt überhaupt nicht zu der Uhr. Schade! Dann lasse ich die Finger in Zukunft von Kronsegler weg.
          MfG.
          D.S.

          • Detlef Schulenburg 22. März 2017 um 7:56

            Die Gangwerte meiner Stührling und meiner Portas sind immer noch wie von mir am Schluss angegeben.
            Beide Uhren haben übrigens keinen Plastikreduzierring am Werk und laufen einwandfrei. Die Portas allerdings ziehe ich täglich auf, weil sie in einer Aufbewahrungsbox unter Sichtglas liegt. Von diesen beiden Uhren kann ich nichts negatives sagen.
            MfG
            D.S.

  11. Gehört die Firma „Burei“ auch zum unteren Ende der Fahnenstange? Scheinbar eine Marke aus China (mit Schweizer Genen? Lach!) die auch über Amazon vertickt wird.
    Hat hier jemand schon Erfahrung gemacht?. Eingebaut sind japanische Automatikwerke. Die Uhren machen optisch einen guten Eindruck. Haben teilweise sogar Saphirglas. Preise um die 100,- €
    Gruß!

    • Tatsächlich habe ich mir vor ein paar Wochen eine BUREI bestellt, um diese Uhr zu testen. Diese Marke hat keine Schweizer Gene, gibt auch nirgendwo welche vor. Die Uhr selber kommt durchaus wertig daher, Gehäuse und Band sind ähnliches China-Level wie Kronsegler & Co. Das automatische Uhrwerk stammt von Seiko, das Kaliber NH35, und läuft hervorragend. Es hat Handaufzug, Sekundenstopp, Datums- und Tagesanzeige. Für einen Preis von weniger als 100 Euro ist das ein Top-Produkt, das ich jeder 1-2-3.tv-Uhr vorziehen würde.

  12. Danke für die Antwort. Das mit den Schweizer Genen habe ich nur geschrieben, weil sie diesen Satz bezüglich der Schweiz an der Uhr stehen haben:
    Edelstahlgehäuse, silberfarbenes Zifferblatt, eleganten Stil, inspiriert von den klassischen Traditionen der feinen Schweizer Uhrmacherkunst.
    Gruß!

  13. Ich trage mich mit dem Gedanken, mir eine PortaS Uhr, Modell: Zittau mit einem Tourbillon über der Sender 1-2-3 tv zu kaufen.
    Meine Frage: Kann solche Uhr auch vor Ort reparieren lassen. Worauf muss ich bei einem solchen Kauf achten?
    Herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung.

    • Hallo Herr Winkel,
      Sie können die Uhr sicher bei PortaS respektive Herrn Strohmayer zur Reparatur geben. Ersatzteile wird es dort kaum geben, aber vermutlich im Garantiefall eine neue Uhr. Wie es nach der Garantiezeit aussieht, vermag ich nicht vorauszusehen.
      Ich habe mir das Modell angesehen – es ist ein chinesischer Massentourbillon, und nicht einmal einer der besseren (u.a. hat die Zittau eine exzentrische Unruh, um Standard-Anker für die Hemmung nutzen zu können. Damit ist es faktisch kein Tourbillon, sonder ein Carroussel. Bei einem Tourbillon nach Breguet liegt die Unruh mittig im Tourbillonkäfig).
      Aktuell soll die Uhr 1.300 Euro kosten – wenn Sie mich fragen, sind das 850 Euro zuviel. Günstige Modelle, die ich zum testen gekauft habe, lagen stets bei um die 300 Euro.
      Für einen solchen Betrag kann man wunderbare Uhren aus der Schweiz oder aus Deutschland kaufen. Je nachdem, wie sauer Sie Ihr Geld verdienen, würde ich es auch in eine solche Uhr anlegen. Der Werterhalt einer PortaS ist nämlich kaum vorhanden.
      Herzliche Grüße,
      Thomas Gronenthal

  14. Herr Winkel, ich würde Ihnen auch abraten über 1000,- € für eine China Uhr zu investieren. Um die 100,- € kann man für eine China Uhr mal riskieren. Aber über 1000,- € ?
    Das Datum müssen Sie bei dieser Uhr mit einer Lupe suchen. Wenn Sie nach 2 Jahren ein Problem mit „Ihrem Tourbillon“ haben, können sie ihn wegwerfen. Keiner wird diese Uhr reparieren. Das wären dann über 1000,- € für den Mülleimer. Klar können sie auch Glück haben, aber dieses Risiko würde ich nicht eingehen. Zumal sie diesen Tourbillon jeden Tag von Hand aufziehen müssen. Wie schaut wohl die vergoldete Krone nach einem Jahr aus? Wahrscheinlich silber mit etwas Gold?
    Sparen Sie sich diese teure Erfahrung.
    Grüße
    Detlef Schulenburg

  15. Herr Gronenthal, zu Ihrer Aussage vom 6.Nov. : Das wird Ihnen bei einer Revue Thommen nicht passieren – möchte ich noch etwas anmerken.

    Ich habe auch eine Revue Thommen „Nostalgia“ Automatik. Die Version mit großem zentralen Sekundenzeiger. (es gibt auch noch eine mit kleinem dezentralen Sek. Zeiger) Hat 3 ATM. Habe mir diese Uhr jetzt mal genauer angesehen. Sie hat nur einen dünnen sogar nur zugedrückten Rückdeckel mit Glaseinsatz. Auch diese Uhr besitzt innen einen weissen Plastik Reduzierring im Werk. Also das wird scheinbar auch bei schweizer Uhren so gehandhabt. Und diese Uhr war wirklich nicht billig. Sorry, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Das ist scheinbar allgemein so üblich? Wobei ich auch Billiguhren habe, die einen Metallreduzierring besitzen.
    Gruß

  16. Sie haben Recht – ich habe pauschalisiert. Die Nostalgia-Kollektion ist eine Modellreihe, die auf sehr kostengünstige Produktion ausgelegt ist. Daher das 2824 in Standard, Sprengdeckel, und der Haltering aus Plastik. Trotzdem sind die Produktionskosten in der Schweiz ungleich höher derer in China. Trotzdem, die Qualität in diesem Fall ist nicht auf dem Niveau wie andere Modelle von RT – wie bspw. die Fliegerchronographen. Ich hoffe, Sie haben nicht mehr als 300 Euro für die Nostalgia bezahlt.
    Im Service ist diese Uhr dennoch langlebiger als das Gros der chinesischen Uhrwerke – die Nostalgia wird auch in 20 Jahren noch in Funktion zu bringen sein. Den Haltering muss man möglicherweise bis dahin ersetzen, was aber unproblematisch ist.

  17. In meiner Nostalgia ist auch kein 2824er Werk drinnen. Das hätte dann 25 Jewels. Meine Uhr hat aber 26 Jewels und ist somit wahrscheinlich ein Sellita SW-200.
    Sie haben natürlich recht mit der sehr kostengünstigen Produktion. Mein Sonderpreis damals war als Auslaufmodell mit Lederband und RT- Faltschließe = 181,- €. Also ein Preishammer. Das ist auch die einzigste Schweizer Uhr ohne Schraubdeckel.
    Alle meine anderen Schweizer Uhren haben keinen Plastikring und sind verschraubt. Ich habe extra genau untersucht. Delma, Revue Thommen, Davosa, Grovana, Swiss Military Hanowa, und Roamer. Wobei man bei Hanowa und Roamer aber generell genauer hinsehen muss. Die Werke sind zwar mit Swiss Made gezeichnet. Laufen aber nicht so rund wie ETA und Sellita Werke. Ich vermute Ebauche. Würde sie nicht weiterempfehlen. Ist mir zu unsicher.
    Gruß und danke für die prompte Antwort.

  18. Kann mir jemand eine Deutsche Uhrenfirma nennen, die deutsche Automatikwerke einbaut und in Deutschland produziert? Gibt es sowas eigentlich noch? Bitte nicht Dugena oder Kienzle, die bauen jetzt nämlich scheinbar alles ein, was der Markt hergibt. Hauptsache billig, zum teuer verkaufen?
    Was kann man kaufen, um Deutsche Arbeitsplätze zu sichern? Bei Waschmaschinen wüsste ich Miele. Bei Fernsehern Loewe. Bei Uhren?

    • Das Problem sind die deutschen Automatikwerke. Denn die gibt es nicht wirklich – auch bei Lange & Söhne oder Glashütte Original kommen Komponenten aus der Schweiz. Von der Wertschöpfung sicher am höchsten in Deutschland sind Nomos, Mühle, Stowa, Neuhaus und dann natürlich Marken wie Hentschel.
      Zu Dugena kann ich nur auf meinen Test der Dugena Premium hinweisen. Eine feine Uhr, das Werk kommt von Miyota, aber in Summe eine wertige Sache. Als Geheimtipp dürfen noch Hersteller wie Rainer Nienaber aus Bünde gelten. Darin steckt Liebe und Handarbeit.

  19. Zu den sich hier ja geradezu überschlagenden Kommentaren zu Ganggenauigkeiten und „Chronometerwerten“ möchte ich einmal folgendes anmerken:
    Wenn die erwähnte Kronsegler nur wenige Sekunden am Tag mittlere Gangabweichung (am Arm) hat, dann ist sie zufällig gut reguliert. Das sagt aber überhauptnichts über eine gute Ganggenauigkeit aus und noch weniger über Chronometerwerte oder die Güte des Uhrwerks! Eine gute Ganggenauigkeit resultiert aus einer geringen Gangabweichung und einem konstanten Gang über alle Lagen hinweg.
    Bei einem Chronometerwerk sind u.a. die Bauteile so passend zueinander gewählt, dass möglichst geringe Toleranzen entstehen, die Voraussetzung sind für eine gute Ganggenauigkeit. Wenn so ein Werk Chronometerwerte liefert, dann bedeutet das, dass innerhalb der Chronometerprüfung über gewisse Zeiträume und unter bestimmten Prüfbedingungen vorgegebene Werte eingehalten wurden. So ein Werk kann trotzdem schlecht reguliert sein und eine mittlere tägliche Abweichung von zB. mehr als +-10 Sekunden haben. Dann hat es diese Abweichung aber auch in allen Lagen und ist dem Standardwerk, das nur zufällig gut reguliert ist, aber in der einen Lage +12Sekunden abweicht, in der anderen -8 und in der übernächsten -2 usw., weit überlegen.
    Außerdem spielen für die Ganggenauigkeit auch noch andere Werte wie der Abfallfehler und die Amplitude der Schwingung eine Rolle. Zudem sollte das Werk eine gewisse Stabilität seines Laufverhaltens aufweisen.
    Legen Sie die Kronsegler mal auf eine Zeitwaage und lassen sich die gemessenen Werte von einem Fachmann erläutern und vergleichen Sie mit denen eines Chronometers. Ich wette, dann werden Sie das alles etwas anders beurteilen.

    • Detlef Schulenburg 1. März 2017 um 18:11

      Hallo Herr Kaiser,
      danke für Ihre ausführliche Beschreibung.
      Ich als Laie kann natürlich nur feststellen, ob eine Uhr für mich eine gute Ganggenauigkeit aufweist oder nicht. Ich habe auch keine Zeitwaage. Eine Zertifizierung für einen Chronometerwert ist auch meistens teurer als die Uhr. Deshalb bleibe ich bei meinen Feststellungen. Die sind für mich und wahrscheinlich für Viele ausreichend und man weiß was vom Laien gemeint ist. Besser als nur gut oder schlecht zu schreiben.
      MfG
      D.S.

  20. Hallo Herr Schulenburg,
    ich wollte versuchen, die Unterschiede einmal heraus zu stellen, denn der Begriff „das sind ja Chronometerwerte“ wird v.a. auch bei den Verkaufssendern, neben anderen oft unfassbaren Behauptungen, fälschlich und oft zu inflationär benutzt, um zu suggerieren, die Uhr xy sei für den vermeintlich schmalen Preis genauso gut wie das schweizer Luxusteil für 5000+.
    Ich bin ganz bei Ihnen, dass die Uhr am Arm ein annehmbares Gangverhalten haben muss, damit man sie nicht ständig nachstellen muß. Und dafür muss man auch nicht mehrere Tausend Euro bezahlen.
    99% der Uhren bei den bekannten Verkaufssendern werden aber nicht deshalb zum Chronometer, weil der Moderator das behauptet oder ein sog. Zertifikat dabei liegt, wo draufsteht, dass das Werk so gut reguliert wurde, dass der Gang im Mittel bei +5s/Tag liegt.
    Letzte Woche habe ich zufällig gesehen, dass wohl echte Chronometer von Junkers/Pointtec verkauft wurden. Das könnte das andere 1 Prozent sein. Über die Preise wollen wir mal gar nicht reden…
    Wobei auch hier wieder zu hinterfragen ist, wo bei der schon seit Jahren existenten Verknappung seitens ETA, zB. die originalen 7750 herkommen sollen, die selbst Einschaler wie Sinn nicht mehr ausreichend bekommen und auf Selitta umgestellt haben.
    Beste Grüße, M.Kaiser

    • Durch die allgemeine Uhrenkrise in der Schweiz können nahezu alle Werke- und Uhrenhersteller „aus dem Regal“ liefern. Das gilt auch für die ETA, deren langjährige Verknappungstaktik nun zum eigenen Schaden wurde. Seitdem sind auch die Rohwerkepreise wieder etwas bezahlbarer. Insofern: genügend Werke gibt es.

    • Detlef Schulenburg 3. März 2017 um 21:06

      Herr Kaiser, Sie haben natürlich recht. Gut, dass jemand der sich damit auskennt, uns Laien unsere lieben mechanischen Uhren näher bringt und uns aufklärt.
      Die Verkaufssender muss man schon mit einem gesunden Menschenverstand betrachten. Das Hohlgefave der Moderatoren z.B. bei 123tv ist schon widerlich und abstoßend. Aber man kann hier sicher einkaufen, wenn man seinen Verstand nicht gerade mal ausgeschaltet hat. Ich habe z.B. dort meine Revue Thommen Nostalgia für 181,- € erworben. Ganauso 3 Delma Automatikuhren mit ETA 2824/2 je unter 300,- €. Meine Kronsegler für 231,- €, usw. Da kann man doch nicht meckern. Ich bin noch nie mit einem Produkt dort reingefallen. Es hat nie Probleme mit Rücküberweisungen oder Reklamationen gegeben. Also kein Risiko! Verstand einschalten und gut ist’s.
      Danke nochmal!
      Mit freundlichen Grüßen
      Detlef Schulenburg

  21. Nachdem ich mich jetzt hier mal durch alle Posts gelesen haben möchte ich auch meinen „Senf“ dazu geben.
    Ich habe „nur“ 4 oder 5 Automatikuhren von 1-2-3. Ich weiß die „Namen“ jetzt nicht von jeder. Alle sind mittlerweile schon einige Jahre alt. Bis auf eine bei der nach recht kurzer Zeit die viel gepriesenes IP-Vergoldung am Armband weg ging und jetzt ziemlich „scheußlich“ aussieht kann ich nichts Schlechtes zu diesen Uhren sagen. Pech nur das gerade die ein Geschenk meiner Frau war und sie sich sehr ärgerte dass das pasiert ist. Jetzt werde ich das beim nächsten Goldeingtreffen im August in Seiffen neu – richtig – vergolden lassen. Da ist einer der vergoldet alles mit richtigem Gold / Silber. Weiß zwar nicht was das kosten wird aber des ist es mir wert da die Uhr sonst einwandfrei ist.
    Besonders die „Royal Swiss“ ist scheinbar nicht tot zu kriegen. Die habe ich mittlerweile so 7-8 Jahre. Die Uhr ist so zu sagen meine „Hauptuhr“ und wird täglich getragen. Ob zum Sport oder auch bei den dreckigsten Arbeiten (Staub). Das Glas hat keinerlei Kratzer. In der Woche geht sie so ca. 3 Minuten nach. Die Uhr hat damals 89 € gekostet. Bis auf die „vergoldete“ war keine Uhr teurer als 150 €. Fazit: ich bin zufrieden – ob nun „Swiss“ oder „Germany“ oder China.

  22. Detlef Schulenburg 6. Mai 2017 um 12:47

    Ich habe wieder mal bei 123tv zugeschlagen. Ersteigert wurde eine PortaS Grimma für 117,- €. Silbermatte Edelstahl-Uhr mit weißem Zifferblatt und Lederarmband. 3 versenkte Drücker für Datum, Tag und Monat. Zusätzlich mit Tag- und Nacht Anzeige. Mit Sekundenstop. Eine sehr schöne Uhr mit einem übersichtlichen aufgeräumten Zifferblatt. Das Automatikwerk wird allerdings durch einen Plastikreduzierring ergänzt. Die Drückerverlängerungen zum Werk sind aber kpl. alles aus Metall. Die Uhr ist 10 ATM Wasserdicht.
    Die Ganggenauigkeit ist wieder einmal wie bereits bei meiner 1. Portas +3 Sek. / 24 Std. Wieder ein unglaublicher Wert. Ich kann nur sagen: Scheinbar können die das!!! Was soll man da besser machen? Ich habe also jetzt 2 Portas die ich beide nur jedem empfehlen kann.
    Das Lederband werde ich nun noch durch ein Milanaiseband tauschen, da beim Händewaschen das Leder nicht gerade sinnvoll ist und man auch schlecht damit die 10 ATM nutzen kann.
    Ich bin wieder einmal mit einer sogenannten „China Uhr“ mit „Glashütter Genen“ für 117,- € mehr als zufrieden. Sollte innerhalb von 2 Jahren etwas kaputt gehen, schicke ich die Uhr an 123tv zurück und bekomme mein Geld zurück. Also alles ohne Risiko!
    Gruß D.S.

    • Detlef Schulenburg 8. Mai 2017 um 7:20

      Nachtrag zu meiner Portas Grimma:
      Durchmesser = 44 mm.
      Die Bauhöhe = 14 mm.
      3 blaue Zeiger.
      Großer Datumsring mit einem rotem Zeiger.
      Tag und Monat = mit je einem großen 3 Buchstaben Panorama Fenster auf 12 Uhr ersichtlich.
      Das Automatikwerk hat 35 Rubine. (sehr viel)
      Königskrone.
      Gehärtetes Mineralglas.
      Verschraubter Glasboden.
      Das Armband habe ich bereits durch ein Milanaiseband getauscht. = Top.
      Ich bereue auch diesen Uhrenkauf nicht.

  23. Detlef Schulenburg 17. Mai 2017 um 16:55

    Hallo! Zur Zeit gibt es bei AMAZON eine Revue Thommen Herrenarmbanduhr FL180 Chronograph 18061.6137 zu 499,- €. Normalerweise ist in diesem Uhrentyp ein ETA 7750 verbaut. Da der Preis so günstig ist, habe ich nachgefragt, was für ein Werk verbaut wurde? Antwort: Kann nicht gesagt werden. Ich solle doch bei Revue Thommen selber nachfragen.
    Kann jemand was dazu sagen? Die Lieferzeit ist auch komisch 1-3 Monate zum Versand.

  24. Ich hab ne Fossil Uhr für 130€ undbin hoch zufrieden!

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