Ronda Mecano: Ein neuer Automat

Ronda stellt Automatik-Werk vor

Die Baselworld ist eine besondere Messe – Glanz und Gloria dominieren in den Pavillons der Uhren- und Schmuckhersteller. Doch zwischen den Ständen voller Glitter und Tourbillons verbirgt sich auch manche Neuheit, die eines intensiven Blickes würdig ist.

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Das Ronda Mecano R150 mit Exzenter-Feinregulage und großem Lager des Rotors. Die Grundarchitektur ist neu, eine Austauschbarkeit mit einem ETA 2824-2 scheint anhand der Maße und Zifferblattposition gegeben. ©Ronda

Nachdem die Swatch Group über die hauseigene Tochter ETA den Verkauf von Rohwerken an Einschaler drastisch reduziert hat und mittlerweile auch Ersatzteile nicht mehr an freie Händler liefert, sind neue Quellen für Uhrwerke nötiger denn je. Neben Soprod, Sellita und dem Kaliber STP 1-11 aus der Fossil-Gruppe kommt nun ein neues Werk auf den Markt: Das Ronda mecano Kaliber R150. Das Werk hat 11 ½ Linien Durchmesser, die Bauhöhe beträgt 4,40 Millimeter. Damit entspricht das Werk einem sehr gängigen Standard und ist sogar flacher als der ETA-Traktor 2824-2, der in mannigfaltigen Versionen verfügbar ist und auch das meistkopierte Werk ist. Ob Sellita oder Fossil – alle Werke folgen dem ETA-Vorbild, dessen Patentschutz vor einigen Jahren ausgelaufen ist. Kein Geheimnis ist zudem die Herkunft der Werkbestandteile aus Asien – in der Schweiz erfolgt nur die wertschöpfungsintensive Endarbeit.

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Die Zifferblattseite: Anhand der Aussparung bei sechs Uhr wird deutlich, das auch Komplikationen wie eine kleine Sekunde hier Platz finden können. ©Ronda

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Das Ronda-Harley 2538 mit 21.600A/h und 22 Steinen war Mitte der 1980er Jahre das letzte Aufbäumen. Heute sind diese Werke mit dem typischen Microrotor selten und manchmal noch in limitierten Editionen zu erwerben.

Ronda hat vier Jahre an der neuen Entwicklung gearbeitet, das Unternehmen ist dabei kein Unbekannter im Bau mechanischer Werke. In den 1980er Jahren stoppte der Hersteller die Produktion von Mechanik zugunsten von Quarzwerken. Jene finden breiten Einsatz in zahlreichen Uhren und zählen neben den ETA-Werken zu den besten der Schweiz. Der Jahresausstoß der batteriebetriebenen Kaliber beträgt mehr als 20 Millionen Uhrwerke! Auch die Mechanik soll schnell sechsstellig werden – denn ab 2019 ist die Marktchance immens: Bis genau zu diesem Jahr hat die Schweizer Wettbewerbskommission WEKO die ETA noch zur Lieferung verpflichtet.

 

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Ein kleiner Wermutstropfen: Auch das Ronda R150 kommt nicht ohne ETA-Teile aus – die Stoßsicherung und die Zugfeder stammen aus den Regalen der Swatch Group. Durch die aggressive Aufkaufpolitik der Gruppe sind auch Komponenten bis hin zum Ölhersteller Moebius mittlerweile fest in der Swatch-Hand.

 

Die technischen Daten:

Gangreserve40 Stunden
Frequenz28.800 A/h
Magnetfeldschutz18,8 Oe
Lagersteine25 Rubine
StoßsicherungIncabloc
ZugfederNivaflex
Preisca. 60 Franken (Großabnehmer)

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