Test: Seiko 5 Sports SSA283K1

Seiko und der Blast of the Past – Die Helmet ist zurück mit Chronometerwerten

Vintage ist Trend – fast jede Marke reist designtechnisch zurück in die Vergangenheit. Auch Seiko bleibt als japanischer Traditionshersteller davon nicht verschont – und es lohnt sich! In den 1960er und 70er Jahren brachte das Unternehmen einige Designs auf den Markt, die bis heute Kultstatus haben. Dazu zählt neben der Bullhead auch die Helmet. Das Uhrengehäuse ist dabei geformt wie ein Helm, mit einem typischen Schliffmuster rund um das Gehäuse. Die geraden, verdeckten Bandanstöße zeichnen das Gehäuse aus. Die komplette Uhrenlinie ist mit mehreren Zifferblattdesigns in der Seiko 5 Sports-Kollektion angesiedelt. Die Modelle SSA281, SSA283, SSA284 werden mit Edelstahlbändern, die Modelle SSA285, SSA287 und SSA289 mit einem Canvas-Strap geliefert.

Flashback in die 1970er Jahre – die Seiko 5 Sports im Helmet-Design. © Thomas Gronenthal

Die verräterische Naht: Diese Glieder sind nicht komplett massiv, sondern werden unter hohem Druck gepresst. © Thomas Gronenthal

Im Test zeigt die Seiko 5 Sports Ref. SSA283K1, welche Leistung das klassische Design mit einem der jüngeren Seiko-Werke bringt. Innerhalb der Nomenklatur zählt die Uhr zu den Superior-Modellen und bietet daher einige Features, die einer gewöhnlichen Seiko 5 verwehrt bleiben. Dazu zählt der optional nutzbare Handaufzug des Seiko-Uhrwerks 4R37 sowie der Sekundenstopp zur genauen Einstellung der Uhrzeit. Auch das Armband ist ein anderer Standard: Zwar sind die Glieder nicht massiv, aber nicht so offensichtlich gefaltet wie bei einer der Basis-Seiko 5-Modelle. Lediglich eine kleine Mittelnaht der Bandglieder zeigt, das es sich nicht um wirklich massive Glieder handelt. Die Drückerfaltschließe ist ein wertiges Merkmal und schließt sicher, der Sicherheitsbügel allerdings klemmt leicht beim öffnen. Dies kann dem Neuzustand der Testuhr geschuldet sein.

Das massive Edelstahlgehäuse hat einen Durchmesser von 45 Millimetern, und eine Höhe von 13 Millimetern. Das Deckglas ist das von Seiko Hardlex genannte Mineralglas, das Sichtfenster im verschraubten Boden ist ebenso aus Mineralglas. Das Gehäuse ist wasserdicht bis 10 bar.

Helmet im Profil. © Thomas Gronenthal

Leuchtkraft der Seiko 5 Sports! © Thomas Gronenthal

Die Schokoladenseite der Uhr ist das Zifferblatt. Zunächst fällt die perfekte Zeigerlänge auf, die ein ideales Ablesen ermöglicht. Eine 24-Stunden-Anzeige wertet das Zifferblatt auf und erleichtert die Einstellung nach einer Tragepause.

 

Auf der Position von sechs Uhr findet sich die Datumsanzeige. Wie üblich bei Seiko gefällt das Zifferblatt mit applizierten Indexen, Logo und Schriftzug, sowie der reichlichen Ausstattung der Seiko-eigenen Leuchtmasse LumiBrite. Es ist zu merken, das eine Seiko für den praktischen Einsatz gemacht ist – ablesbar unter allen Umständen und Bedingungen. Einen optischen Akzent setzt der grüne Ring, auf den die Minuterie gedruckt ist.

Gangwerte wie aus dem Bilderbuch. © Thomas Gronenthal

 

Im Tragetest gefällt das Design ebenso wie der Tragekomfort. Das Metallband macht die Uhr ausgewogen, das Gewicht sorgt für ein solides Gefühl. Beim Blick auf die elektronische Zeitwaage gibt es eine Überraschung: Selten ist eine Uhr mit einem Kaufpreis von 259 Euro mit einem solchen Ergebnis durch den Watchthusiast-Test gegangen. In keiner Lage betrug die Abweichung mehr als drei Sekunden plus auf 24 Stunden, bei sehr guten Amplitudenwerten und einem Abfallfehler von 0,0 ms. Das sind Werte, die bedingungslos eine Chronometerprüfung schaffen würden. Auch im Tragetest bestätigt sich das gute Ergebnis mit geringstem Vorgang.

Das Seiko Kaliber 4R37. © Thomas Gronenthal

Optisch indes ist das Seiko 4R37 kein Genuss. Weder Zierschliffe sind zu finden, keine elegante Architektur, sondern ein reiner Zweckbau präsentiert sich unter Glas. Selbst der Rotor trägt außer ein paar gedruckten Informationen keinen Schmuck. Optisch wird die nahe Verwandtschaft zu den Kalibern der 7S-Reihe deutlich. Da die Gangwerte aber für sich sprechen, kann man der Uhr den Blick durch den Boden verzeihen.

Faltschließe mit Sicherheitsbügel. © Thomas Gronenthal

Watchthusiast-Fazit: Seiko liefert die Uhr für einen Preis von 259 Euro. Dafür gibt es eine solide, klassisch gestaltete und sehr präzise Armbanduhr. Im Alltag macht diese Uhr alles mit, vom Baggersee bis zum täglichen Begleiter am Arbeitsplatz. Und außer der etwas zu klein geratenen Aufzugskrone und dem noch immer nicht ganz massiven Armband gibt es nichts zu kritisieren. Apropos Armband: Wenige Uhren lassen sich so schön an einem NATO-Strap tragen – für Band-Flipper eine perfekte Uhr. Insofern kann man dieser Uhr eine echte Empfehlung aussprechen.

 

 

2 Comments

  1. Seiko baut fantastische mechanische Uhren,zu super Preisen. Leider hat Seiko es (noch immer nicht) geschafft, sich hier das entsprechende Image aufzubauen.Ob die Umgestaltung der Zifferblätter bei der Grand Seiko hilft?

  2. Seiko ist sicher nicht die Uhr für MEnschen, die nach Nimbus jagen – aber die Qualität ist unbestritten sehr gut, und bedarf wenig VErbesserung. Top-Test, einer schönen Uhr.

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