Test: CJR Airspeed

Kickstarter-Knaller interpretiert die Fliegeruhr neu

Kickstartern und crowdfunden ist groß in Mode, immer noch und immer wieder. Aus Hongkong kommt dabei eine echte Überraschung, nämlich eine Uhr, die einige Innovationen bietet. Mit der CJR Airspeed hat der Markengründer Calvin Ng eine Uhr entworfen, die das ewige Fliegeruhrenthema neu interpretiert. Das Zifferblatt scheint direkt aus dem Instrumentenbrett einer Cessna oder eines Learjet gesprungen, die drei Zeiger der Airspeed erinnern tatsächlich an analoge Geschwindigkeitsmesser. Um das Ablesen noch etwas trickreicher zu gestalten, zeigt der dezentrale Stundenzeiger nur 24 Stunden an. Der Minutenzeiger kommt aus der Mitte – und ist einfach abzulesen, während die Sekunde innerhalb eines großen Ringes mit dem Minutenzeiger und dem Stundenring überlappt. Bei aller Komplikation ist die CJR Airspeed trotzdem gut abzulesen, wenngleich man sich etwas längere Zeiger wünscht. Auf drei Uhr findet sich noch ein Datum, das über eine Schnellverstellung eingestellt werden kann.

Die Optik ist außergewöhnlich – und trotzdem ablesbar! © Thomas Gronenthal

Das Gehäuse

© Thomas Gronenthal

Besonders interessant ist das Gehäuse, das auf den ersten Blick rund ist wie ein Kieselstein. Neben einem schwarz beschichteten Mittelring aus Edelstahl findet sich je ein hochgewölbtes Glas oben und unten. Der Durchmesser beträgt 43 Millimeter, die Höhe 14,8 Millimeter. Die beiden Gläser sind aus Hesalith – ein Kunststoff – und werden mit einem Dichtring aus türkisem Material mit dem Mittelteil verbunden. Die Uhr erreicht so eine Wasserdichte von drei Atmosphären, was immerhin zum Händewaschen ausreicht. Die Verarbeitungsqualität ist tadellos, und der optische Effekt kommt hinzu. Die äußere Minuterie ist von innen auf den Glasrand gedruckt.

Getragen wird die Testuhr an einem Nylonband mit schwarz beschichteter Edelstahlschließe. Von innen ist es mit Leder gefüttert, und trägt sich daher weich und angenehm. Allerdings neigt das Material zum Fasern an den Löchern, aber dank der Schnellwechsel-Federstege kann in kürzester Zeit ein anderes Armband angebracht werden. Die Standardbreite von 20 Millimetern erlaubt auch jedes gewünschte Band vom freien Markt.

Das Miyota 8219 ist zuverlässig und in diesem Fall sogar optisch ansprechend dekoriert. Der Werkhaltering wurde mit einigen Angaben graviert. © Thomas Gronenthal

Das Uhrwerk

Angetrieben wird die Uhr – sehr unaufgeregt – von einem Miyota 8219. Das Uhrwerk mit einer Schlagzahl von 21.600 A/h gehört zu den treuen Arbeitstieren aus Japan, in der Testuhr wurde es sogar mit einem Streifenschliff sowie einem skelletierten Rotor verziert. Der immense Vorteil: In jedem Land der Welt kann das Kaliber repariert und gewartet werden, und für den Hersteller ist die Verfügbarkeit ebenso gesichert, ohne sich in den Kampf mit der Swatchgroup begeben zu müssen. Die Gangwerte sind – typisch für diese Werke – schwankend zwischen Minuswerten in hängender Lage, und Pluswerten in liegender Lage. Am Arm läuft die Uhr aber recht präzise und muss nur alle drei bis vier Tage korrigiert werden. Im Tragetest über vier Tage addierte sich der Vorgang auf knapp 45 Sekunden.

Auch bei Nacht eine instrumentelle Uhr. Es ist aktuell sieben Minuten nach drei Uhr nachts. © Thomas Gronenthal

Watchthusiast-Fazit:

Die CJR Airspeed kostet im Webshop 550 US-Dollar, hinzu kommt die Einfuhrumsatzsteuer bei einer Bestellung nach Deutschland. Das ist ein in Anbetracht der Einzigartigkeit der Uhr sehr günstiger Preis. Sämtliche Komponenten sind hochwertig gefertigt, und trotz des wilden Zifferblattes im Instrumentenstil kann die Airspeed sogar in der Nacht abgelesen werden. Die Pilotenversion, die hier getestet wurde, verfügt dazu über Leuchtmasse auf Zifferblatt und Zeigern. Eine tolle Überraschung, die Airspeed von CJR!

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